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Kirche in WDR 2 | 07.09.2018 | 05:55 Uhr

Hexen!?

Zu allen Zeiten haben alle Völker an Hexen geglaubt. Schon in den frühsten Rechtstexten wird Zauberei bestraft. Es waren vor allem die Christen die den Glauben an Hexen beendeten. Das klingt merkwürdig. Neulich gab es eine Umfrage: 70 Prozent der Deutschen glauben, dass die kirchliche Inquisition verantwortlich für die Hexenprozesse war und sogar 80 Prozent gehen davon aus, dass Hexenverfolgung im christlichen Mittelalter stattfand. Die Skandale der deutschen Geschichte sind nach der Überzeugung der Deutschen keine deutschen Skandale, sondern christliche Skandale. Doch verweist die moderne Hexenforschung beide Überzeugungen ins Reich der Legenden. In Wahrheit wurden im Mittelalter keine Hexen verfolgt. Hexenglaube war für die Christen ein heidnischer Aberglaube und wer im Mittelalter behauptete, irgendjemand sei eine Hexe, dem konnte es an den Kragen gehen, denn er hing ja offensichtlich einem unchristlichen Aberglauben an.

Regino von Prümm nennt im 10. Jahrhundert den Glauben an Hexensabbat und Hexenflug drastisch eine Wahnvorstellung. Erst als zu Beginn der Neuzeit das Christentum an Prägekraft einbüßt, macht sich wieder der alte germanische Hexenglaube breit. Ab dem 15. Jahrhundert wurden in Europa zunehmend Hexen verfolgt und die letzte Hexenverbrennung fand im aufgeklärten Preußen im Jahre 1793 statt. Sowohl die spanische als auch die römische Inquisition wirkten nach Auskunft der heutigen Forschung gegen Hexenverfolgungen. Es war vor allem die moderne weltliche Justiz, die die Hexenprozesse durchführte, sogar der atheistische Aufklärer Thomas Hobbes plädierte für Hexenverfolgung und es waren Kirchenleute wie der Jesuit Friedrich Spee, die das Ende des Hexenwahns bewirkten. Es gibt wohl kaum etwas, wo die allgemeinen Vorurteile über historische Fakten so massiv vom Forschungsstand abweichen, wie das Hexenthema. Daher bedarf es auch da der wissenschaftlichen Aufklärung der Öffentlichkeit.

Und wir können es uns heute einfach nicht mehr leisten, das Christentum und die christlichen Kirchen fälschlicherweise für alles Schlimme in der deutschen Geschichte verantwortlich zu machen, um uns selber zu entlasten und uns vielleicht liberal zu fühlen gegenüber den angeblichen finsteren christlichen Umtrieben der Vergangenheit. Denn wenn wir immer nur mit falschen Skandalgeschichten die jüdisch-christlichen Wurzeln unserer Gesellschaftsordnung ins Lächerliche ziehen oder moralisch abqualifizieren, dann wird es kälter in dieser Gesellschaft.

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