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Kirche in WDR 4 | 06.04.2017 | 08:55 Uhr

Hunger in großen Teilen Afrikas

Kann Hunger langweilig sein? Sind langandauernde Dürren nicht sexy genug? –

Ich weiß, das klingt hart so. Sorry dafür. Aber ich kann Ihnen sagen, warum mich das Thema wirklich aufregt.

Hunger in großen Teilen Afrikas – in den Nachrichten, in Magazinen, in etlichen E-Mails habe ich diese Meldungen vor mir, und sie setzten mich unter Druck. Persönlich, weil soviel Elend in so kurzer Zeit auf mich einströmt. Aber es übt auch beruflich Druck auf mich und auf meine Kollegen hier im Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ aus.

Dabei sind diese Schreckensmeldungen nichts Neues. Eine Hungerkatastrophe entsteht nicht von heute auf morgen, sie wird nicht über Nacht geboren. Schon lange kündigen sich solche Krisen an.

In Zentral- und Ostafrika haben die Menschen in manchen Regionen schon lange nicht mehr genug zu essen. Ich weiß das, weil meine Kollegen in der Auslandsabteilung mit unseren Projektpartnern vor Ort im regelmäßigen Austausch stehen.

Vor ein paar Wochen war Sebastian Kämpf zu Besuch in Aachen. Er ist Entwicklungskoordinator der Diözese Wau im Nordwesten des Südsudans und kennt die Situation vor Ort.

Sebastian Kämpf: „Es wird massiv gehungert, jetzt schon. Und das ist im Moment das Hauptproblem, gerade auch für Kinder die stark von Unterernährung betroffen sind. Es gibt einfach viel zu wenig zu essen.“

Aus dem Unicef-Bericht 2016 geht hervor, dass 23 Prozent der Kinder im Südsudan akut mangelernährt sind. Über 50 Millionen Kinder waren es im letzten Jahr weltweit...

Heute sind die Zahlen vermutlich viel höher.

Aber hätten wir vor drei Monaten eine Pressemitteilung herausgeben zum Thema: „Große Ernteausfälle im Südsudan – Hungersnot kündigt sich an“. Kaum jemand hätte das aufgegriffen! Mir scheint, die Medien haben kaum Platz für nur Beinah-Katastrophen, wie Ernteausfälle oder Überschwemmungen. Katastrophen, die sich lediglich ankündigen, und das immer wieder, sind wohl nicht attraktiv genug.

Apropos attraktiv. Hierzulande hat Hunger mittlerweile was mit Attraktivität zu tun. Ich glaube, ich gehöre zur ersten Generation in Deutschland, in der Menschen freiwillig hungern, um gesund und attraktiv zu bleiben.

Ja, natürlich schadet es nicht, sich über gesunde Ernährung zu informieren, schließlich hilft es keinem Hungernden in Afrika, wenn ich mich selbst schlecht ernähre. Dennoch, der Kontrast erschreckt mich.

Besonders jetzt im Frühling findet man in Zeitungen, Magazinen und im TV Sendungen und Berichte über Ernährungstipps in Hülle und Fülle: Was bedeutet eine gesunde Ernährung? Was koche ich in der nächsten Woche? Wie faste ich mich gesund? Das Thema Ernährung hier in Deutschland als Selbstfindung. Als eine Art neue Religion? – Und in anderen Teilen der Erde? Eine Existenzfrage...

In neun Tagen endet die Fastenzeit.

Dann ist bei uns wieder alles möglich, denn es ist ja alles da.

In neun Tagen ist die Ernährungslage in Zentral- und Ostafrika noch schlechter geworden. Dann sind weitere Frauen, Männer und Kinder verhungert. - Für mich ein schreckliches und absurdes Gefühl. Und das regt mich auf.

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