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katholisch

Hörmal | 18.06.2017 | 07:45 Uhr

Ich geh angeln

Oh, heute ist ein Tag, der hätte Jesus gefallen. Der 18. Juni ist der „Geh-Fischen-Tag“ oder – wie er offiziell heißt – der internationale „Geh-Angeln-Tag“. Keine Ahnung, wo der Tag herkommt, wer den ins Leben gerufen hat – wahrscheinlich die Anglerlobby. Immerhin passt er zu einem anderen Gedenktag : Heute ist nämlich auch internationaler Panik-Tag. An dem Tag soll man etwas Entspanntes machen, etwas, das Panik vermeiden hilft. Angeln gehört sicherlich dazu.

Ich gestehe, meine Angelversuche liegen lange zurück und waren kläglich. Die Anglerlobby würde mich als einen ihrer unwürdigsten Vertreter ansehen – denn alles was ich mal gefangen habe, war eine kleine Forelle in einem übervollen Angelteich. Das Risiko, da nach einer Stunde keinen Fisch am Haken zu haben, lag im Grunde bei Null. Warum ich heute trotzdem nicht angle? Die Geduld. Die ist mir nicht in die Wiege gelegt.

Mattis, ein Studienfreund, ist da anders drauf. Mindestens einmal im Jahr fährt er nach Norwegen zum Angeln und die Makrelen, die er mitbringt, die sind fantastisch. Mattis ist ein bewundernswert ausgeglichener Typ. Ich glaube, bis Mattis einmal Panik schiebt, muss wirklich viel passieren. Ich glaub, um erfolgreich Angeln zu können, muss man nicht nur Geduld haben, sondern auch ein Auge für den richtigen Ort und den richtigen Zeitpunkt. Und das gilt nicht nur für’s Anglen, sondern für‘s Fischen überhaupt. Petri Heil!

Und da bin ich wieder bei Jesus. Denn es ist doch bemerkenswert, dass er sich vornehmlich Fischer ausgesucht hat als Jünger. Jesus hatte offensichtlich Spaß an denen! Allen voran an Petrus, der mit seinem Bruder auf dem See Genezareth unterwegs war. Ich kenne die Gegend da ziemlich gut und weiß wie dort gefischt wird. Das ist kein Hochleistungssport, sondern harte Arbeit und Geduld. Das ist: früh rausfahren, im richtigen Gewässer das Boot platzieren, Netze auswerfen und dann – warten

Nun, warum hat Jesus gerade auf Fischer gesetzt? Das wissen wir nicht. Aber wenn zu den Sekundärtugenden eines Fischers eben gehört: Geduld, Augenmaß, nicht der schnelle Erfolg – dann wundert mich das schon, wenn ich heute auf sein Bodenpersonal schaue. Und das sage ich ganz selbstkritisch. Ich gehöre ja auch zum Bodenpersonal. Und ich bin eben kein Anglertyp. Gerade wenn ich darauf schaue, wie sich die Kirche entwickelt, bekomme ich zwar nicht Anflüge von Panik, aber schon packt mich die Unruhe, die Ungeduld. Rückläufige Zahlen, Kirchen werden geschlossen und abgerissen – Rückbau statt Aufbruch. „Man muss doch irgendwas machen.“ Ja. Das stimmt. Das wollen viele in der Kirche. Es gibt mittlerweile wohl mehr „Man-muss-irgendwas-machen“-Initiativen in der Kirche als Fische im See Genezareth. Was dazu die alten Fischermänner gesagt hätten, die Apostel? Vielleicht würden sie über den einen oder anderen Aktionismus schmunzeln. Vielleicht könnten sie uns heute sagen, dass es vor allem darauf ankommt, einen wachen Blick zu haben, Geduld, und vor allem: Freude an dem, was man macht. Zur Not mal die Netze auf der anderen Seite auswerfen. Wie auch immer: Petri heil – und ganz wichtig: nur keine Panik!

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