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Kirche in WDR 3 | 01.04.2015 | 07:50 Uhr

Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen hier bei der Evangelischen Kirche im WDR in der Woche vor Ostern!

„Herzlich willkommen“ - was genau heißt das eigentlich? Ich sage es oft und gern: Wenn eine Feier beginnt oder eine Reise, wenn Besuch kommt. Auch wenn ein Gottesdienst anfängt: „Herzlich willkommen!“ Wie begeistert haben die Leute Jesus damals in Jerusalem willkommen geheißen! Und nur wenig später schrien sie: „Ans Kreuz mit ihm!“

Ein seltsames Wort: „Willkommen“. Buchstäblich genommen: Jemand will, dass du kommst. Ein Wort wie ausgebreitete Arme oder eine weit geöffnete Tür. Die meisten Menschen haben ein sehr feines Gespür dafür, ob sie willkommen sind oder ob ihnen Abwehr und Misstrauen begegnen. Willkommen sein und dazugehören ist wohl mit das Wichtigste, was wir im Leben erfahren können.

Ausgegrenzt sein, gemieden werden, weggeschickt: Das gehört zum Schlimmsten, was uns zustoßen kann.

Manche erleben es immer wieder: Ich bin nicht willkommen. Ich habe keinen Zugang. Ich gehöre nicht dazu. Weil ich überzählig bin, nicht gewollt. Weil ich arm bin und mir nichts leisten kann – auch keine Bildung. Weil ich fremd bin – oder einfach nur anders. Weil mich niemand wirklich liebt.

Da sind die überfüllten Schlepperboote auf dem Mittelmeer; ihre Insassen bei winterlichen Frosttemperaturen dem Tode geweiht. So nah scheint die ersehnte Grenze nach Europa – und doch ist sie unerreichbar. Rettung soll sie bringen. Schutz vor Elend und Verfolgung in der Heimat. Stattdessen wird sie zur Todeslinie. Tausende bleiben draußen vor und verlieren ihr Leben.

Da sitzt eine Gruppe von Männern und Frauen rund um einen großen Tisch. Alle seit Jahren ohne Arbeit. Sie treffen sich regelmäßig. Irgendetwas hat sie aus der Bahn geworfen. Bei den meisten eine persönliche Krise: Schwere Krankheit oder Trennung oder Verlust. Sie sind herausgefallen aus dem aktiven Arbeitsleben. Haben den Anschluss verloren. Und kommen nicht wieder hinein.

Draußen sein; nicht willkommen: Wieviel Beschämung ist damit verbunden. Wieviel äußere und innere Not.

In der Bibel lesen wir: Auch Jesus ... hat gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebräer 13,12-14)

Jesus, der Sohn Gottes, bei denen, die nicht willkommen sind. Gott selbst draußen vor. Ausgegrenzt und verachtet. Davon erzählt die Passionsgeschichte, die wir Christen in der Woche vor Ostern bedenken.

Wer Gott näher kommen will, muss hinaus zu denen da draußen. Der wird selbst zum Auswanderer aus den eigenen gesicherten Verhältnissen; zur Migrantin, die etwas riskiert; sich aufmacht zu den Beschämten und Gedemütigten und Bloßgestellten; zu denjenigen, die niemand will. Zu denen da draußen führt auch mein Weg, wenn ich Jesus wirklich ernstnehme.

Ob es uns gelingt, gemeinsam auszuwandern aus dem Klima der Abwehr in eine Haltung, die ohne Häme auskommt, ohne Spott und Bloßstellung? Wir suchen die zukünftige Stadt, heißt es in der Bibel. Die Suche kann sich schwierig gestalten. Vielleicht werde ich müde dabei. Ich will es trotzdem versuchen, auf der Suche zu bleiben. Auf der Suche nach einer Gesellschaft, in der jede und jeder aufrecht gehen kann und stolz. In der wir einander nicht nur nach Leistung beurteilen und uns gegenseitig achten: Die Stadt Gottes.

Suchen Sie mit? Fragt Ihre Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

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