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Kirche in WDR 2 | 27.07.2018 | 05:55 Uhr

Inquisition!?

Millionen Opfer hatte die Inquisition, vor allem die Spanische Inquisition war eine einzige Terrormaschine, die willkürlich Menschen in den Tod trieb, so kann man es überall hören. Und war nicht der Fall Galilei die Kampfansage der katholischen Kirche an die aufkeimende Naturwissenschaft? Schon vor Jahren wagte es der ehemalige Stern-Reporter Hans Conrad Zander, da gegen den Stachel zu löcken. In seinem launig geschriebenen, aber gut recherchierten Buch „Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition“ brachte er ein Bild der Inquisition an den Tag, das so gar nicht zu den gängigen Vorurteilen passen wollte. Dennoch, bei allen solchen erstaunlichen Erkenntnissen muss klar bleiben: Das Foltern und Töten von Ketzern ist und bleibt ein Skandal der Christentumsgeschichte, der nicht dadurch geringer wird, dass alle anderen großen Religionen das auch gemacht haben. Und der eigentlich umso größer ist, als die Christen das eben 1000 Jahre nicht gemacht haben, weil sie genau wussten, dass das der Weisung Jesu aus dem berühmten Unkraut-Weizen-Gleichnis ausdrücklich widersprach.

Doch das alles darf uns nicht daran hindern, wissenschaftlich genauer hinzuschauen, auch wenn es um die Inquisition geht. Die Rechtshistoriker sagen uns da zum Beispiel, dass die Inquisition zu Anfang einfach eine moderne Justizreform war, die einen Fall gründlich untersuchte. Inquisitio heißt Untersuchung. Man zählte nicht mehr auf abergläubische „Beweise“, sondern man bestand auf eindeutigen Zeugenaussagen, klaren Indizien oder einem Geständnis.

Die Spanische Inquisition war primär eine staatliche Behörde, mithilfe derer die spanischen Könige versuchten, die Einheit Spaniens zu garantieren. Diese geradezu obsessive Angst vor Rebellion und Abspaltung ist in unseren Tagen wieder aufgeflammt. Die Spanische Inquisition hat ein Klima von Angst und Repression erzeugt. Aber man muss auch wissen, dass sie Hexenverfolgungen in Spanien praktisch unterbunden hat, dass sie nicht Millionen Opfer, sondern in den 160 Jahren von 1540 bis 1700 nach neueren Forschungen im gesamten spanischen Weltreich 826 Todesopfer zu verantworten hatte. Das waren natürlich exakt 826 Todesopfer zu viel, aber es sind eben nicht Millionen.

Und auch der Fall Galilei ist nicht so einfach, wie man denken sollte. Vor allem hatte er nichts mit dem kopernikanischen Weltbild zu tun, das stammte von Nikolaus Kopernikus, einem Domherr in Frauenberg, der seine Publikation damals, 80 Jahre vor dem Galileiprozess, dem Papst gewidmet hatte, der diese Widmung mit Begeisterung annahm. Der erste Galileiprozess ging um die Frage der Wahrheit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und da vertrat die Inquisition die Position heutiger Wissenschaftstheorie und der zweite Galileiprozess ging um die Frage, ob Galilei ein schriftlich gegebenes Versprechen gebrochen hatte. Doch zweifellos, die Methoden, mit denen die römische Inquisition damals vorging, waren inakzeptabel und das hat auch Papst Johannes Paul II. betont, als er 1992 den Galileiprozess für ein Unrecht erklärte.

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