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Kirche in WDR 2 | 09.12.2013 | 05:55 Uhr

Kaffee zu verschenken

Er kommt jede Woche um die Mittagszeit in dieses Café und geht zielstrebig an die Theke. Mit schmutziger Jacke und durchlöcherter Hose passt der Mann nicht in das Bild, das ansonsten von Businessmännern und -frauen beim Lunch bestimmt wird. Aber er wird nicht komisch angeschaut.

„Steht noch einer auf der Liste“, fragt er mit verrauchter Stimme. Die Bedienung sagt freundlich: „Moment, ich schaue gerade einmal nach.“ und verschwindet kurz. Wenig später kommt sie wieder und sagt: „Ja. Kaffee, Latte Macchiato oder ein doppelter Espresso.“ Der Mann entscheidet sich für den Kaffee und setzt sich an den Tisch. Mit beiden Händen wärmt er sich am Kaffee und genießt jeden Schluck seines „Caffe Suspeso“.

„Caffe Suspeso“ ist nichts anderes als gelebte Nächstenliebe. Die Idee stammt aus Italien, wo Caffe quasi ein Grundnahrungsmittel ist. Deshalb hatten die Italiener auch die Idee, mit Kaffee etwas Gutes zu tun. In Neapel hat sich das Prinzip vom „Caffe Suspeso“ schon lange etabliert. Es geht ganz einfach: Der Kunde bezahlt im Café nicht nur seinen eigenen Espresso, sondern zwei, drei weitere. Die kommen auf eine Liste und werden dann an Bedürftige verschenkt. Einfach, aber wirkungsvoll. Durch das Internet verbreitete sich die Idee in den USA und seit einiger Zeit gibt’s auch in Deutschland die Aktion „Suspended Coffee“, das heißt „aufgeschobener Kaffee“.

Die Schülerin Saskia Rüdiger aus Sachsen hat die deutsche Seite ins Netz gestellt und betreut sie. Immer mehr Cafés in Deutschland beteiligen sich. In Bielefeld oder Köln zum Beispiel. Das Ganze funktioniert natürlich auch mit Gulaschsuppe oder Sandwiches.

Ich finde, die Idee großartig. Einfach, unspektakulär, effektiv. Einfach so entsanden. Die Tatsache, dass so etwas Banales wie ein kostenloses Heißgetränk die Restaurants der Republik revolutioniert, finde ich einfach göttlich. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Denn das Prinzip der Nächstenliebe ist Gottes Erfindung. Wir sollen uns umeinander kümmern. Auf ganz natürliche Weise. Das ist nicht nur die Aufgabe der Christen . Auch werden die Ideen der Kirche nicht besonders gesegnet. Ich glaube aber, dass Gott jeden Menschen segnet, der sich um bedürftige Menschenkümmert. Und da zählt auch nicht die Ausrede: „Was kann ich als Einzelner schon unternehmen?“

Klar, es gibt die großen Stiftungen, die durchgestylten Spendenkampagnen und die diakonischen Einrichtungen. Und das ist gut so. Aber Gottes Idee von Nächstenliebe ist noch kreativer. Sie ist vor allem mitten im Alltag. Das merkt man zum Beispiel an dieser Tradition des Cafe Suspeso, des aufgeschobenen Kaffees aus Italien. Völkerverständigung mal ganz anders.

Zwar kann man mit einem gespendeten Kaffee nicht die Welt retten, aber ein gespendeter, heißer Kaffee kann in jedem Fall dafür sorgen, dass die Welt anders aussieht. Nämlich wärmer. Zumindest für eine Person und für einen Moment. Im Internet finden sie die Idee von dem aufgeschobenen Kaffee unter www.suspendedcoffee.de

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