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katholisch

Kirche in WDR 5 | 15.05.2017 | 06:55 Uhr

„Keine Lust mit dem Gott!“

„Ich habe keine Lust mit dem Gott!“

Das sagt Uma. Er ist ein Freund von mir, und er ist Flüchtling. Und er sagt das, als er die Nase voll hat hier, im fremden Land. Als Hindu betet er den einen Gott in unterschiedlichsten Gestalten an. Lakshmi und Ganesha sind seine Lieblingsbilder. Glück sollen sie ihm bringen und Unterstützung bei dem mühsamen Start in der Fremde! Natürlich nach seinen Vorstellungen. Doch nichts davon! Stattdessen die harte Realität: Enttäuschungen und Erniedrigungen! Und darum hat er „keine Lust mehr mit dem Gott“.

Liebe Hörerin und Hörer, das geht mir auch oft so:

ich bin nach über 30 Jahren immer noch gerne Priester – und doch: wenn ich zu lange in der kirchlichen Szene bin, wenn hohe kirchliche Liturgie meine Alltagsrealität erdrückt, dann platzt es aus mir heraus wie aus Uma. Nur mit anderer Betonung: „Ich habe keine Lust mit dem Gott!“ Gott ist doch kein Liturgie-Gott, kein Kirchen-Gott. Gott ist Gott meines Lebens, allen Lebens! Von Gott erzählt doch nicht nur die Kirche! Von Gott erzählt der ganze Kosmos!

Die heilige Hildegard freute sich über die „Grünkraft Gottes“. Wir erleben sie in diesen Tagen ganz besonders. Wind und Wolke verkünden Gott, Nachtigall und Schmetterling, Baum und Berg. Und in der vom Menschen bedrohten und ausgebeuteten Schöpfung seufzt und leidet Gott.

Und ob Gott noch Lust hat mit dem Gott, den die Religionen oft aus ihm machen?

Gott lässt sich von nichts und niemandem vereinnahmen. Doch wir Menschen überschreiten am laufenden Band unsere Kompetenzen – in der Kirche, in den Religionen und noch mehr in Wirtschaft und Politik. Wir tun Gott Gewalt an. Wir tun dem verletzlichen Geheimnis des Lebens Gewalt an.

Doch Gott ist der unendlich Freie. Sein Geist weht, wo er will – bei Christen und bei Atheisten, bei Hindus und bei Muslimen. Gott ist nicht christlich. Gott ist nicht muslimisch. Gott ist nicht atheistisch. Gott ist der Eine in allen. Gott ist einer für alle. Das ist seine Liebe. Und genau das ist sein Kreuz. Ich glaube fest: Gott ist nicht klein zu kriegen. Gott ist immer der je größere. Er ist immer anders, als wir ihn uns vorstellen. Gläubige und Ungläubige lädt er ein in die je größere Freiheit und in die je größere Verantwortung.

Mit diesem je größeren Gott, mit diesem Einen und alle einenden Gott habe ich Lust zu leben.

Aus Aachen grüßt Sie Spiritual Georg Lauscher.

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