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Kirche in WDR 5 | 23.08.2018 | 06:55 Uhr

Kleine Zeichen

Guten Morgen!

Vor einigen Wochen habe ich meiner Freundin beim Umzug geholfen. Eine wirklich anstrengende Sache: Kisten packen, beschriften, Möbel schleppen und dann wieder alles auspacken. Als alle großen Möbel an ihrem neuen Platz standen und so gut wie eingeräumt waren, meinte meine Freundin: „Jetzt fehlen nur noch die Bilder und der Kleinkram.“ Zuhause habe ich mir dann überlegt, wie meine Wohnung wohl ohne Bilder und den Kleinkram, also die Gegenstände aussähe, die mir wichtig geworden sind im Laufe des Lebens. Klar, so eine Wohnung wäre eher wie ein Hotelzimmer; funktional und bewohnbar, sie wäre aber kein rechtes Zuhause. Die gesamten persönlichen Dinge, die mich und meine Familie ausmachen, mich erinnern und mich mich selbst sein lassen, würden fehlen.

Joseph Beuys, dem niederrheinischen Künstler, wird folgender Ratschlag zugeschrieben, den ich für ein echtes Zuhause wichtig finde: „Mache kleine Zeichen, die ‚ja‘ sagen und verteile sie überall in deinem Haus.“ Es sind die kleinen Zeichen, die ja sagen, ja zum Leben, ja dazu, dass ich es bin, die hier wohnt, und die ein Haus zu meinem Zuhause machen.

Ein Zeichen, das mir in meiner Wohnung „ja“ sagt, ist ein bemalter Stein. Vor fast 45 Jahren habe ich ihn als kleines Kind in meinem damaligen Kindergarten bemalt. Noch heute erinnere ich mich gut daran. Aufgabe war, einen Käfer zu malen und ich hatte solche Freude daran, dass ich alle Farben, die zur Verfügung standen, nutzte: So hat mein Käfer grüne Augen mit einem Lachmund, einen gelben Panzer mit roten Punkten und einen blauen Untergrundbauch bekommen. Keine meiner Erzieherinnen hat mir damals farbliche Vorgaben gemacht oder mich wegen der Farbwahl kritisiert. Mein Käfer war für mich damals so, wie ich Käfer gesehen habe. Wenn ich ihn heute betrachte, erinnert er mich an meine kindliche Lebensfreude. Er ist ein Lebenszeichen für Kreativität, die nicht den Naturgesetzen zu gehorchen hat. Er hat einen hohen ideellen Wert und ist viel mehr als ein Stein für mich. Er erinnert mich daran, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt, dass die Welt bunt ist – und nicht perfekt.

Wenn ich den Käfer ganz bewusst betrachte, verweist er mich aber noch in eine viel tiefere Dimension. Er weist mich hin auf Gottes Zusage: Ich nehme dich an – so wie du bist. Bunt, schön – und nicht perfekt. Im Buch der Weisheit wird diese grundsätzliche Zusage Gottes zu den Menschen einmal so formuliert: „Der Herr ist ein Freund des Lebens.“

Ich bin mir sicher, dass auch Sie in Ihrem Zuhause kleine Zeichen besitzen, die „Ja“ sagen, „Ja“ zum Leben, „Ja“ zu Ihnen. Und vielleicht erahnen Sie auch darin das noch tiefere „Ja“ Gottes zu Ihnen.

Aus Gladbeck grüßt Sie

Meike Wagener-Esser

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