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Kirche in WDR 2 | 14.10.2017 | 06:20 Uhr

Kontakt

Wir sitzen nach dem Handballturnier im Schnellrestaurant. Sieben Köpfe sind nach vorne geneigt, (jeder blickt auf sein Handy) Die linke Hand fingert nach etwas Essbarem, während der Daumen der Rechten unablässig tippt. Plötzlich hebt sich ein Kopf, dreht sich und sagt zu seinem Nachbarn: „Hast du meine Nachricht gelesen?“ Als Antwort kommt nur ein müdes „Mhm“, freilich ohne den Kopf zu heben. Es wird weiter getippt und gegessen, keiner findet etwas seltsam an dieser Szenerie. Kein Wunder, es sind Teenager, denke ich und will gerade meinen Laptop aufklappen, da höre ich: „Ernsthaftjetzt, Papa? Voll peinlich!“

„Ach, ja? Aber eure Metakommunikation ist nichtpeinlich oder was!“, entfährt es mir. Plötzlich sind alle Köpfe oben und wir mittendrin in einer Diskussion, was geht, und was nicht in einem Restaurant mit freiem WLAN. Um es kurz zu machen: In der Bewertung sind wir zu keinem gemeinsamen Ergebnis gekommen, da bleibt der Generations- Unterschied als technische und kulturelle Differenz bestehen. Aber das Gespräch darüber, was das Handy so mit uns macht, war aufschlussreich: Es geht gar nicht so sehr um den Inhalt dessen, was geschrieben wird. Manchmal geht es nur um das Wissen, das der andere da ist und das durch eine Buchstabenkombination oder ein kleines animiertes Bildchen auch zeigt.

Gegenseitige Verbundenheit steht im Vordergrund, nicht so sehr der Austausch von alltagstauglichen Nachrichten. Gar nicht so banal, wie ich vermutet hatte und mir fällt der Psalmbeter ein, der ein Lied auf die Geborgenheit bei Gott singt: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Die Gewissheit von Verbundenheit lässt ihn fröhlich sein. Deswegen lässt er den Kontakt auch niemals abreißen. Es ist überlebenswichtig zu wissen, dass Gott da ist und uns zugewandt. „Dann ist Chatten also ein bisschen wie Beten?“ fragt einer. . „Nun“ sage ich, „der Chatpartner ist schon wichtig, wenn man es Gebet nennen möchte, aber wenn es euch tatsächlich um ein Verbundensein geht, dann ist die Grundsituation schon vergleichbar. Es gibt sogar verschiedene Apps, die dabei helfen sollen, mit Gott in Kontakt zu bleiben.“

„Echt jetzt, Papa, voll cool!“

„Ich schick dir mal den Link“, sage ich und klappe meinen Laptop auf.

Auf dem Weg zum Parkplatz frage ich noch augenzwinkernd: „Und habt ihr meine Nachricht schon gelesen?“

„Das war dem Psalm 139, oder?“ bekomme ich zur Antwort. Die App - sie scheint zu funktionieren.

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