Beiträge auf WDR5  

katholisch

Kirche in WDR 5 | 19.09.2018 | 06:55 Uhr

Kraft der Entscheidung

Viele Menschen fühlen sich von ihrer Vergangenheit negativ bestimmt und festgelegt. Die Kindheit ist eine zerbrechliche Lebensphase: die Zuneigung beider Elternteile, Geschwister und Freunde, ein friedliches, gewaltfreies Umfeld und vieles mehr scheinen notwendig zu sein, damit ein junger Mensch gesund heranreifen kann. Doch: wer hat das alles wirklich?

Es gibt sie gar nicht, die ganz heile Kindheit, in der Kinder durch gar nichts verletzt werden könnten.

Doch das heißt ganz und gar nicht, dass sie nicht zu gesunden und freien Menschen heranwachsen können. Natürlich zählt, was wir mitbringen aus unserer Vergangenheit, aber es ist nicht entscheidend für unser Leben. Wichtiger sind die Entscheidungen, die wir treffen, und die Verantwortung für uns selbst, die wir irgendwann übernehmen müssen.

Im Grunde geht es darum im zweiten Band der märchenhaften Geschichte um Harry Potter, die Joanne K. Rowling erzählt. Es ist das Ende des Schuljahres in Hogwarts, der Zaubererschule, und es war ein Schuljahr voller Schrecken und Aufregungen. Harry hat zusammen mit seinen Freunden den Kampf mit dem bösen Zauberer für diesmal gewonnen und es scheint alles gut zu sein. Doch in dem abschließenden Gespräch mit dem Schulleiter, Professor Dumbledore, kommt Harrys Zweifel ins Wort, der ihn zutiefst beunruhigt. Am Anfang seiner Schulzeit wurden die neuen Schüler den vier Häusern zugeordnet, die die Schule ausmachen. Und Harry bekam das Angebot in das Haus aufgenommen zu werden, aus dem der dunkle Zauberer stammt und das für „Entschlossenheit, Findigkeit und eine gewisse Neigung, Regeln zu missachten“ (S. 343) steht. Doch Harry hat sich gesträubt und sich für ein anderes Haus entschieden. Jetzt plagen ihn die Zweifel, ob er wohl doch in das so negativ besetzte Haus gehört. Da erklärt ihm Dumbledore:

Sprecher:

„Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.“

Nicht all das, was in uns an Prägungen und Anlagen grundgelegt ist, bestimmen darüber, ob unser Leben gelingt oder nicht, sondern es sind unsere Entscheidungen. In einer Entscheidung übernehmen wir bewusst Verantwortung für den nächsten Schritt und gestalten dadurch unser Leben.

Heute feiern Juden auf der ganzen Welt einen ihrer höchsten Feiertage, den Jom Kippur. Es ist der Versöhnungstag. Und das hat im Judentum ganz praktische Konsequenzen: Um sich an Jom Kippur mit Gott zu versöhnen, soll jeder seine zwischenmenschlichen Beziehungen ins Reine bringen. Das hat viel mit Entscheidungen zu tun: Es gilt, sich mit allen Menschen auszusöhnen, mit denen man über das Jahr Streit hatte. Das ist ein enorm hoher Anspruch, ich weiß – aber dieser Feiertag erinnert Juden jedes Jahr, worum es geht: Versöhnt zu leben mit Gott und der Welt.

Die Freiheit, die Gott uns zumutet, lebt in unseren Entscheidungen. Und darin hat jeder auf seine Art die Chance, dass sein Leben gelinge.

Dass Sie heute Ihre Chancen nutzen wünscht Ihnen Sr. Ancilla Röttger aus Münster.

*Joanne K. Rowling, Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Hamburg 1999, S. 343.

katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)