Beiträge auf WDR2  

katholisch

Hörmal | 25.03.2018 | 07:45 Uhr

Krippe und Kreuz

Im Christentum ist es wie mit der Henne und dem Ei. Denn die Frage ist ja: Was ist eigentlich das höchste christliche Fest, Weihnachten oder Ostern? Gute Frage – schwierige Frage. Denn, wenn Jesus nicht gestorben und an Ostern auferstanden wäre, dann würde heute keiner Weihnachten feiern. Wozu auch? Und wenn er nicht geboren worden wäre, dann gäbe es sowieso kein Ostern. Ostern geht also nicht ohne Weihnachten und Weihnachten ist nur sinnvoll, wenn es Ostern gibt.

Heute, am 25. März, kommt beides kurioserweise zusammen. Denn ohne Zeugung keine Geburt. Und daher feiert die katholische Kirche, heute, exakt neun Monate vor Weihnachten, wie jedes Jahr das Hochfest der Verkündigung des Herrn, also die Ankündigung, dass Jesus in die Welt kommt. Sie kennen bestimmt die Geschichte: Der Erzengel Gabriel betritt das Haus der Maria und kündigt an, dass sie einen Sohn zur Welt bringen wird. Maria zögerte erst, weil sie das nicht versteht. Sie lebt mit keinem Mann zusammen. Aber dann willigt sie ein, weil der Engel sagt, das Kind kommt von Gott und bei Gott sei nichts unmöglich. Und weil eine Schwangerschaft ca. neun Monate dauert, wird die Geburt am 25. Dezember gefeiert, eben Weihnachten.

Und dann ist heute auch noch Palmsonntag. Damit verbindet sich eine ganz andere Geschichte. Der erwachsene Jesus zieht in Jerusalem ein. Er reitet auf einem Esel und die Menschen bejubeln ihn wie einen König. Sie brechen Palmzweige von den Bäumen und schmücken damit den Weg auf dem Jesus nach Jerusalem kommt – daher der Name Palmsonntag. Die Palme ist zugleich das urchristliche Symbol der Märtyrer, also derer, die für ihren Glauben gestorben sind. Und an Palmsonntag wird klar: Dass Jesus in Jerusalem einzieht, ist auch der Anfang vom Ende. Hier wird er in wenigen Tagen hingerichtet und zwar ans Kreuz geschlagen. Und am Kreuz erhöht werden bedeutet dann auch: Er wird vom Tode auferstehen, Ostern eben. Darum wird in katholischen Gottesdiensten traditionell bereits schon heute einmal die ganze Passionsgeschichte gelesen, quasi als dunkle Vorahnung.

Weihnachten und Ostern – beides gehört eng zusammen. Und heute kommt beides zusammen: im Hinweis darauf, dass Jesus in die Welt kommt und in dem Hinweis, das Jesus nach Jerusalem kommt, wo er sterben und auferstehen wird.

Übrigens: Schon die mittelalterliche Kunst hat das zusammengesehen. Da gibt es Weihnachtsdarstellungen, wo mitten im Stall ein Kreuz zu sehen ist, an dem der erwachsene Jesus hängt, der zugleich als Baby auf dem Schoß seiner Mutter sitzt. Und ein altes Sprichwort sagt: Krippe und Kreuz sind vom selben Holz und dabei wird das Kreuz auch als Zeichen der Auferstehung verstanden.

Was ist das höchste christliche Fest: Weihnachten oder Ostern? Gute Frage – schwierige Frage. Die Antwort aus christlicher Sicht: Beide gehören zusammen, wie zwei Seiten einer Medaille: Henne und Ei. Ostern geht nicht ohne Weihnachten und Weihnachten wäre bedeutungslos ohne Ostern – so wie man Leben nur denken kann, wenn man auch den Kontrast mitdenkt, den Tod.

evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)