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Kirche in WDR 3 | 05.02.2018 | 07:50 Uhr

„Krisen“

Guten Morgen!

Wenn etwas in den letzten Jahren konstant war, dann war es dieses Wort: Krise. Wirtschaftskrise, Eurokrise, Klimakrise, Flüchtlingskrise, Bildungskrise, Ehekrise.

Für Viele ist das Wort gleichbedeutend mit Katastrophe. Eine Krise ist gefühlt nichts Gutes.

Dabei ist eigentlich genau das Gegenteil der Fall. Jedenfalls vom Ursprung des Wortes. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet das Wort „Krise“ zunächst einmal nichts anderes als „Entscheidung“.

Es ist wie bei einer Weggabelung: Der bisherige Weg liegt hinter mir. Und jetzt liegen neue Wegstrecken vor mir. Mir ist klar: So wie bisher wird es nicht weitergehen. Ich muss überlegen, wie es weitergeht. Mindestens einen kurzen Gedanken muss ich an diese Frage verschwenden. Vielleicht muss ich sogar stehen bleiben und etwas länger darüber nachdenken und abwägen. Genau das ist der Punkt der Entscheidung; die Krise. Ich kann den falschen Weg wählen, aber vielleicht auch einen Weg, auf dem es besser weitergeht als vorher. Genau das sind Risiko und Chance einer Krise.

Manchmal kann gerade die Krise die entscheidende Weggabelung im Leben eines Menschen sein.

So etwas hat auch Jesus erlebt. In der Bibel wird berichtet, dass er vom Teufel in die Wüste geführt wird. Bisher hat er weitgehend unerkannt in seiner Heimatstadt gelebt und gearbeitet. Aber dann kommt es zu einem Wendepunkt in seinem Leben. 40 Tage verbringt er in der Wüste; eine geheimnisvolle Zeit der Entscheidung; eine Krise. Als er aus der Wüste zurückkehrt heißt es: „Mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt, kehrte Jesus nach Galiläa zurück. Schon bald sprach man in der ganzen Gegend von ihm. Er lehrte die Menschen in den Synagogen, und alle redeten mit größter Hochachtung von ihm.“ (Lk 4,14f).

In dieser Zeit hat sich für ihn etwas verändert. Er beginnt seinen Auftrag umzusetzen.

Egal ob es sich um gesellschaftliche oder persönliche Krisen handelt: eine Krise ist dazu da, um gelöst zu werden. Sie ist kein Weltuntergang. Sie nimmt erstmal die Wirklichkeit ernst. Sie klärt und bringt auf den Punkt. Sie fragt nach dem Fundament und der Richtung. Aber eine Krise fordert irgendwann eben auch eine Entscheidung. Das mag manches Mal vielleicht überfordern, aber oft birgt sie auch schon den Anfang für einen ganz neuen Weg in sich.

Vielleicht hilft genau das, eigene Krisen anzunehmen und das Neue zu erwarten.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Kaplan Andreas Möhlig aus Würselen.

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