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Kirche in WDR 5 | 02.02.2018 | 06:55 Uhr

Lebensaufgabe Sterben

Guten Morgen,

unser Leben lang stehen wir immer wieder vor neuen Aufgaben, die das Leben uns stellt: Erwachsenwerden, einen Beruf finden, einen Lebenspartner finden, den Übergang in die Zeit der Rente, das Altern.

Auch das Sterben ist eine solche Aufgabe. Manche fürchten, sie seien dieser Aufgabe nicht gewachsen. Dabei ist es heute weniger der Tod, der Angst macht. Früher hatte die Kirche die Angst der Menschen vor dem Tod geschürt: Da war die Rede von Fegefeuer, Hölle, Höllenstrafen, Qualen.

Religion kann tatsächlich eine sehr zwiespältige Angelegenheit sein. Sie kann den Menschen nützen, dem Leben dienen. Aber sie kann auch schaden, ja sie kann gefährliche Formen annehmen. Schädlich und gefährlich ist Religion, wenn sie Menschen daran hindert, die Aufgaben, die das Leben stellt, mutig anzugehen. Wenn sie dazu missbraucht wird, den Menschen Angst einzujagen.

Gott sei Dank! Der Trick mit Fegefeuer und Höllenqualen, der zieht heute nicht mehr. Die allermeisten Menschen haben das durchschaut. Sie lassen sich dadurch nicht mehr beeindrucken und Angst einjagen. Und das ist auch gut so.

Nein, heute ist es weniger die Angst vor dem Tod, als eher die Angst vor dem Sterben, die die meisten umtreibt. Genauer gesagt die Angst davor, dass ich im Sterben meine Würde und Selbstbestimmung verliere.

Nicht mehr über mich selbst bestimmen zu können. Einer sinnlosen Verlängerung des eigenen Lebens ausgesetzt zu sein. An Schläuchen und Maschinen auf der Intensivstation eines Krankenhauses zu liegen. Unheilbar krank zu sein und andauernd Schmerzen zu haben. In einem Pflegeheim ganz auf fremde Hilfe angewiesen zu sein und um alles bitten zu müssen. Das sind die Ängste, die quälen. Verständlich.

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33) Das hat Jesus einmal gesagt. Er nimmt die Angst ernst. Und das finde ich gut. Sie ist ja nicht unbegründet, diese Angst.

Und dann spricht er vom „überwinden“. Überwinden ist ein Prozess, eine wirkliche Lebensaufgabe. Eine Aufgabe, die das Leben an mich und alle anderen Menschen auf der Welt stellt. Überwinden - das klingt nach Arbeit! Und genau das ist es ja auch!

Aus diesen Worten Jesu spricht aber auch ein festes Gottvertrauen. Ich sehe das so: Gott hat sich was dabei gedacht, dass ich einmal sterben werde. Er weiß, wozu das gut ist. Deswegen glaube ich auch, dass er mich im Sterben nicht allein lässt.

Darauf vertraue ich. Das erkenne ich zum Beispiel daran, dass ich das Loslassen auch schon im Verlauf meines Lebens immer wieder lernen kann.

Ich muss Abschied nehmen von verschiedenen Lebensaltern, von jugendlicher Kraft und uneingeschränkter Gesundheit, vom Berufsleben und von Menschen, die zu mir gehören auf meinem Weg durch das Leben. Es ist gut, dass ich das Sterben, das Loslassen von allem hier auf der Erde, im Verlauf meines Lebens also schon trainieren kann. So werde ich, wenn ich einmal sterben muss, jedenfalls in dieser Hinsicht nicht gleich ins kalte Wasser geworfen.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Mit guten Wünschen für diesen Tag grüßt sie Pfarrer Frank Küchler aus Marialinden.

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