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Kirche in WDR 2 | 06.06.2018 | 05:55 Uhr

Liebe und Strafe

Ich bin evangelischer Pfarrer im Gefängnis. Gefängnisseelsorger.

Mal was ganz Verrücktes:

Mehr Liebe statt mehr Strafe.

Für Menschen, die ich sonst strafen würde.

Mit Missachtung, Zorn, einer kleinen spitzen Bemerkung oder so.

Wie gesagt: mal was ganz Verrücktes.

Ja, ja. Ich weiß. Strafe und Strafen ist total in.

Ein Blick in Tageszeitungen, Onlinemagazine, Beratungsliteratur zeigt:

Die Strafe macht´s. Die Strafe soll´s richten. Am Besten gleich von Anfang an:

Durch klares Grenzen setzen bei den Jüngsten, damit man sich keinen Tyrannen erzieht, durch eindeutiges Regelwerk im gesellschaftlichen Miteinander, durch nachvollziehbare gesetzliche Regelungen.

Notwendig. Klar. Man muss kein Ordnungsliebhaber sein, um ein Regelwerk gut zu finden, dass das alltägliche Leben sichert und klärt.

Wenn nicht alle nach der Pfeife des Stärksten tanzen sollen, müssen sich Beide – Starke und Schwache – einem gemeinsam Wert, einer gemeinsamen Ordnung, einem gemeinsamen Gesetz unterstellen. Das eben höher steht, als das jeweils eigene Interesse.

Ok. Nur: was, wenn nicht?

Klar: Dann Strafe. Der Glaube an den Sinn und die Notwendigkeit von Strafe ist ungebrochen.

Aber: Wann lernt der Mensch? Warum verändere ich ein Fehlverhalten?

Wann nützt Strafe wirklich?

Schon klar.

Bei dem Thema muss man immer sagen, worum es nicht geht:

Also: es geht NICHT um Verharmlosung von Schuld und böser Tat.

Mir geht es nicht um juristische Fragen.

Ich bin dankbar in einem Staat zu leben, der die unverbrüchliche Würde jedes Menschen an die oberste Stelle setzt.

Aber – es geht mir sehr wohl um die Frage, wie Jesus, der Sohn Gottes, mit Menschen umgeht, die schuldig geworden sind.

Ich finde:

Bei Jesus hat das Thema Strafe immer etwas mit Selbsterkenntnis zu tun. Für Ankläger und Täter.

Der in die Irre gegangene verlorene Sohn wird mit offenen Armen erwartet. (Luk.15)

Die auf frischer Tat ertappte Ehebrecherin wird nicht verdammt. ( Joh.8)

Die Sünderin salbt weinend und ungefragt Jesus. Der ihr vergibt. Und dem zweifelnden Simon sagt er:

„Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt.“

Dann sagt Jesus den Satz, der mir nachgeht:

„Wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“

Und so verrückt sind Christen doch. Wir wollen, dass Menschen mehr lieben.

Weil wir Geliebte Gottes sind.

Jesus uns liebevoll hört und ansieht.

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