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katholisch

Kirche in WDR 2 | 27.06.2018 | 05:55 Uhr

Lieber Gott mach mich fromm…!

Lieber Gott mach mich fromm…!

Lieber Gott mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm.

Ja, das ist ein Gebet. Kennen Sie vielleicht. Ein Gebet wie eine Bestellung: Gott soll mal machen. Als wäre Gott ein Bestellhändler, der am besten ebenso schnell liefert wie der Postbote mit dem Schuh-Paket.

Wenn ich in der Kirche manchmal Fürbitten höre wie etwa, Lieber Gott, bitte mach oder hilf dass keiner mehr hungern muss, dann denke ich, ja super: Unmögliches wird eben sofort erledigt!

Nach solchen Fürbitten gehe ich wirklich vollkommen unentspannt und keineswegs leichter aus dem Gottesdienst. Ich denke dann: In derselben Zeit hätte ich besser Kisten bei irgendeiner Tafel geschleppt oder in einem ehrenamtlichen Sprachkurs den Geflüchteten Deutschunterricht gegeben.

Bei der Beantragung von öffentlichen Mitteln oder Fördergeldern muss man immer angeben wie hoch der sogenannte Eigenanteil ist, also das was man selber dazu tun kann oder soll.

Eigenleistung nennt man das!

Manch frommer Christ jedoch lässt offensichtlich besser den Lieben Gott arbeiten und verzichtet sowohl auf Eigenanteil als auch auf jegliche Eigenleistung.

Lieber Gott mach mich fromm!!

Also ich jedenfalls bin ein großer Verfechter der Eigenleistung.

Ich habe diesbezüglich in meiner Kindheit eine wichtige Selbsterfahrung machen dürfen:

Da ich fromm und katholisch erzogen worden bin, hab ich vor Mathearbeiten immer reichlich gebetet.

Mein Mathelehrer war vermutlich auch der Meinung, dass bei mir nur noch beten hilft. Die Arbeiten waren aber trotz meines intensiven Gebetes mangelhaft.

Das passierte leider so oft, dass nicht nur meine Versetzung ins nächste Schuljahr gefährdet war sondern auch mein Glaube war sozusagen versetzungsgefährdet.

Leider musste ich feststellen, dass Gott unter diesen Umständen nicht bereit war mir zu helfen. Denn in Sachen Mathematik geht’s ohne Eigenleistung eben nicht. Wer eins und eins zusammenrechnen kann, der hätte sich das auch gleich ausrechnen können. Bei wirklich relevanten Lebensfragen ist das nicht anders.

Für ein Kind enttäuschend und für jeden Erwachsenen noch viel schlimmer !

Denn spätestens als Erwachsener sollte man solche Vorstellungen wirklich hinter sich gelassen haben.

Für mich aber war das eine wichtige Lernerfahrung – nicht nur in Mathematik sondern fürs Leben.

Ich meine wer sich einsetzt und sein Leben aktiv nach seinen Fähigkeiten und Talenten mitgestaltet dem gibt Gott auch im Gebet Kraft, er schickt uns Orte und Gelegenheiten die wir ohne Gebete niemals ausfindig gemacht hätten.

Als echte Alternative zum eben zitierten frommen Kindergebet scheint mir daher folgender Text der aus dem 14. Jahrhundert stammen soll.

Christus hat keine Hände

Nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun .

Christus hat keine Füße, nur unsere Füße um

Menschen auf seinen Weg zu führen

Christus hat keine Lippen

nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen

Christus ha keine Hilfe nur unsere Hilfe

Es gibt also viel zu tun … packen wir es an!

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Monotheismus!?

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