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Kirche in WDR 4 | 30.01.2018 | 08:55 Uhr

Mahatma Gandhi - 70. Todestag

Eine Gruppe von Menschen schiebt sich langsam voran. An ihrer Spitze ein kleiner schnauzbärtiger Mann mit runder Nickelbrille und kahl geschorenem Kopf. Weiß gekleidet, an den Füßen nur ein paar Flip-Flops. Mahatma Gandhi heißt der Mann. Ich erinnere mich gerne an den beeindruckenden Film mit Ben Kingsley in der Hauptrolle. Und besonders an diese Szene: Der über vierundzwanzig Tage dauernde Salzmarsch führte Gandhi und seine Anhänger über eine Strecke von 380 Kilometern bis ans Arabische Meer. Er war eine spektakuläre Kampagne gegen die britische Kolonialmacht. Denn die hatte das Salzmonopol in Indien inne und erhob hohe Steuern auf das Salz. Den Indern selbst war die Gewinnung des lebensnotwendigen Salzes untersagt.

Heute vor 70 Jahren, am 30. Januar 1948, wurde Mahatma Gandhi von einem hasserfüllten Fanatiker erschossen. Ausgerechnet! Denn Gandhi selbst war zutiefst davon überzeugt, dass jede Art von Gewalt – ganz gleich, ob sie sich gegen Menschen, Tiere oder die Natur richtet, Gott zuwider ist. Absolute Gewaltlosigkeit war der Grundstein seiner Gesellschaftsphilosophie.

Was das Thema Gewalt angeht, so war Gandhi aus meiner Sicht ein Träumer und Idealist. Ich möchte mir unsere Gesellschaft nicht vorstellen ohne das Gewaltmonopol des Staates. Ich halte es auch für richtig, dass wir den zerstörerischen Kräften, die von Menschen ausgehen, etwas entgegen setzen. Notfalls auch mit Gewalt.

Trotzdem habe ich großen Respekt vor Gandhis Lebenswerk. Denn: Für ihn gehörte das ganz eng zusammen. Sein Glaube, seine Spiritualität und seine politische Aktivität. Und: Er ist konsequent für seine eigenen Auffassungen eingetreten.

Gandhi, war zutiefst in der hinduistischen Tradition verwurzelt. Aber er hat sich gleichzeitig eine Offenheit für andere religiöse Traditionen bewahrt. So bezog er sich in seinen Reden nicht selten auf Jesus oder die Bergpredigt aus dem Matthäusevangelium. So war Gandhi auch ein Brückenbauer zwischen den Religionen.

Und er hat einiges Nachdenkens werte über das Gebet geschrieben.

Sprecherin: „Das Gebet ist nicht ein Bitten um etwas. Es ist eine Sehnsucht der Seele. Es ist das tägliche Eingeständnis der eigenen Schwäche. Auch der Stärkste wird dadurch ständig an seine Nichtigkeit gemahnt. Schon bevor Tod, Krankheit, Alter oder irgendein Unglücksfall auf ihn zukommen.“ (zitiert nach Gertrud und Thomas Sartory, Texte zum Nachdenken, Freiburg 1987, S. 35)

Autor: Das kann ich hundertprozentig unterschreiben. Obwohl ich kein Hindu bin. Auch ich weiß etwas von meiner eigenen Schwäche. Auch ich bete, weil ich darauf vertraue, dass Gott mir die leeren Hände füllt. Deshalb kann ich sagen: Ich lebe aus seiner Kraft.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Mit guten Wünschen für diesen Tag grüßt sie Pfarrer Frank Küchler aus Marialinden.

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