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katholisch

Kirche in WDR 2 | 11.07.2017 | 05:55 Uhr

Meine enge Grenze

Mir persönlich sind ja Menschen, die mir ganz klar sagen, was sie nicht können, irgendwie lieber als die Alleskönner und Poser. Schrecklich, diese Menschen, die morgens mit einem Sprung aus dem Bett hüpfen und in zehn Minuten geduscht und gescheitelt mit glasklarem Verstand die komplexesten Zusammenhänge erläutern können. Furchtbar diese Alleskönner, die jede Doppel- und Dreifachbelastung mit links stämmen, Kindererziehung, Ehrenamt, Pflege der Großmutter, Elternsprechtag und natürlich den Frühbucherrabatt für den zwei Jahre im Voraus gebuchten Sommerurlaub in der Tasche, vor der Arbeit schon gejoggt, gewogen und mit dem Smartphone Puls und Blutdruck überprüft haben, Menschen, die ihre Hausaufgaben nie vergessen, sondern immer als erster damit fertig sind. Warum nur sind mir Menschen, die das alles scheinbar so mühelos auf die Reihe kriegen, so unsympathisch?

Mir hingegen passieren Sachen, die dürften eigentlich nicht sein. Ich verliere wichtige Dokumente, nur weil ich keine Lust hatte, sie einzuheften. Ich komme zu dienstlichen Terminen zu spät und habe sogar schon mal verschlafen. Und das war übrigens derselbe Tag, als ich den Geburtstag meines besten Freundes vergessen habe. An manchen Tagen schaffe ich wahrscheinlich nur die Hälfte von dem, was die Alleskönner alles können. Wissen Sie, und genau deshalb finde ich diese Menschen, die scheinbar alles schaffen, so abstoßend. Wenn ich mal ganz ganz tief in mich hineinschaue, ist das Eifersucht. Es ist der blanke Neid. Ja, jetzt hab ich es gesagt. Ich bin nicht nur sauer, nein, ich bin auch eifersüchtig.

Und was fällt mir da ein als Kirchenmann? Ein Lied. Mein Lieblingskirchenlied. Der Text meines Lieblings Kirchenliedes geht wie folgt:

Meine engen Grenzen,

meine kurze Sicht bringe ich vor Dich:

|:Wandle sie in Weite; Herr erbarme dich:|

Statt Eifersucht – Weitsicht. Vielleicht schaffe ich es, irgendwann mal, die anderen da draußen einfach so sein zu lassen wie sie sind. Auch perfekter als ich. Meine engen Grenzen, die weiß ich eigentlich, wem ich sie vorhalten kann…und das sind nicht die anderen.

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