Beiträge auf WDR4  

katholisch

Sonntagskirche | 12.03.2017 | 08:55 Uhr

„Meine Lieblingshits“

Guten Morgen!

Wenn auf WDR4 die Lieblingshits der 70er dran sind, dann bin ich dabei! Die meisten Hits sind mir vertraut, spätestens nach dem zweiten Takt kann ich mindestens mitsummen. Viele Texte habe ich noch ganz gut drauf. Und Erinnerungen.

Der WDR spielt „Lady in black“ und ich fühle mich schlagartig zurückversetzt in meine 70er, in den Partykeller unseres Jugendheims. Sehe die Menschen, mit denen ich damals meine Zeit verbracht habe. Die Gefühle, die Stimmung sind mit ein paar Takten wieder an der Oberfläche.

Ich höre „The Boxer“ und meine Finger bewegen sich automatisch wie beim Gitarrenspiel zwischen a- und e-moll hin und her. Ich habe seit Jahrzehnten keine Gitarre mehr in der Hand gehabt – aber diese Akkorde sitzen immer noch. Bei „Nights in white Satin“ spüre ich förmlich eine kuschelige Umarmung wie damals beim Blues tanzen, bei „Ma Baker“ kann ich immer noch nicht still sitzen und ich schmelze auch noch heute dahin beim schier endlosen Gitarren-Solo in Santanas „Samba pa ti“.

Solche Lieblingshits sind eben viel mehr gute Musik. Solche Lieblingshits lassen Erinnerungen wach werden, alte Träume werden wieder lebendig – ein Lebensgefühl flammt wieder auf: Wie gerne, wie unbeschwert und froh habe ich damals gelebt in meiner Clique. Und: Was wollten wir nicht alles erreichen und verändern! Unser Denken war so optimistisch und engagiert. „Nie wieder Krieg!“, „Schwerter zu Pflugscharen!“ Das waren unsere Parolen. Unsere Idole: Mahatma Gandhi, Mutter Teresa und Martin Luther King. Wir waren ganz sicher, dass Gerechtigkeit, Menschenwürde und Freiheit jedem Menschen zustehen. Und wir spürten: Das Leben ist ein Geschenk, hat einen Sinn und macht Spaß!

Ein Lieblingshit – und das ganze Lebensgefühl ist bei mir wieder da. Das klingt vielleicht etwas romantisch und die eigene Jugend verklärend, als ob mich das Leben nicht auch vieles andere gelehrt hätte. Doch, das hat es. Heute bin ich in einem Alter, wo ich weiß, dass nicht alles im Leben Spaß macht und es mir manchmal sehr schwer fällt, den Sinn in manchen Ereignissen und Widerfahrnissen zu entdecken. Aber ich habe mir die Freude an den Lieblingshits bewahrt und das sogar in Hinblick auf eine toternste Sache: Ich habe nämlich einen Lieblingshit für Beerdigungen. Ohne Quatsch! Er heißt: „In deinen Toren werd‘ ich stehen“. Mit diesem Lied verbinde ich auch ein Lebensgefühl, das Gefühl von Hoffnung, Erfüllung, Vollendung meiner Sehnsüchte.

Das Lied singt in bildreicher Sprache vom himmlischen Jerusalem, von einer neuen Wirklichkeit, die mich erwartet, wenn ich „ganz und gar in Gottes Nähe“ bin. Dann kann ich frei atmen, aufatmen, nach Hause kommen, werde erwartet. Mauern, Kerker und Gräber werden aufgesprengt – gelöst wird all das sein, was mich so oft einengt, was mich fesselt und lähmt. Alles wird auf den Kopf gestellt, alles Unvollkommene wird vollkommen, Tränen werden zu Perlen, Brunnen fließen über. Was für ein Lebensgefühl! Für mich klingt da etwas an, was ich als Jugendliche schon ersehnte, dass Gerechtigkeit, Menschenwürde und Freiheit jedem Menschen zukommen. Das wär’s!

Sabine Lethen aus Essen.

>zum Ausklang einspielen?? Yerushalayim shel sahav/Jerusalem of gold INSTRUMENTAL

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