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Kirche in WDR 5 | 26.09.2018 | 06:55 Uhr

#MeTwo-bewegliche Identität

Guten Morgen.

Abdelkarim, ein in Deutschland lebender Migrant, geht einkaufen. Auf Twitter beschreibt er Ende Juli unter # (Hashtag) „MeTwo“ - das heißt übersetzt: „Ich, Zwei“ – was er dabei erlebt:

Sprecher: Lange Schlange an der Kasse. Ich sag zum älteren Mann hinter mir:

“Sie können ruhig vor.“- „Nein danke, ich habe dich lieber im Blick.“

(#MeTwo 26. Juli 2018 Quelle: Artikel „Deutsche Nadelstiche“, KSTA vom 28./29.07.2018)

Autorin: Das Misstrauen, das Abdelkarim erlebt, erleben viele andere Migranten oder Deutsche mit Migrationshintergrund auch. Und sie folgen ihm auf Twitter. Ins Leben gerufen hat den # (Hashtag) „MeTwo“ – „Ich, Zwei“ - der in Köln lebende türkische Journalist Ali Can. Das war vor gut zwei Monaten.

Er will vor allem Menschen mit Migrationshintergrund Raum geben, die von sich sagen, sie haben zwei Herzen. Das eine schlägt für das Land, aus dem einst ihre Vorfahren kamen oder in dem sie geboren sind. Das andere Herz schlägt für Deutschland. Das Land, in dem sie leben, aufwachsen, studieren und arbeiten. Ein Leben mit und in zwei Kulturen.

Sprecher: „Weil ich mehr bin, als nur eine Identität. Die zwei Seiten stehen nicht im Widerspruch, sie verschmelzen miteinander, die deutsche Gesellschaft ist keine Monokultur.“

(Quelle, siehe oben, Artikel „Deutsche Nadelstiche“, KSTA vom 28./29.07.2018)

Autorin: Das sagt Ali Can in einer Videobotschaft, um die Bedeutung der Zahl „Zwei“ in seinem # (Hashtag) zu erklären.

Zu erleben: Ich habe mehr als nur eine Identität! – das bestätigen mir auch Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika, wenn sie nach Deutschland kommen, um hier zu studieren. Mit dem einen Herzen sind sie ganz in ihrem Herkunftsland, bei ihrer Familie, ihrem Heimatort zu Hause. Mit dem anderen Herzen sind sie aber auch in Deutschland, dem Studienort, bei ihren Kommilitonen und in ihrem Studienfach zu Hause.

Das ist gewiss nicht immer leicht, aber doch längst zur Realität in Deutschland geworden.

Ich bin Zwei. Das kenne ich auch von mir selbst, wenn zwei Seelen in meiner Brust schlagen. Wenn mir zwei Dinge gleichzeitig durch Kopf und Herz gehen,

die unterschiedlicher nicht sein könnten.

In der Bibel zieht sich die Zahl Zwei wie ein roter Faden durch die Geschichte Gottes mit den Menschen und der Welt. Und ist immer – ein in Beziehung treten.

In der Schöpfung entsteht die Welt in (Gegensatz)paaren, sozusagen beziehungs-weise:

Himmel und Erde, Tag und Nacht, Abend und Morgen, Licht und Finsternis, Sommer und Winter, Hitze und Kälte, Saat und Ernte. Aus sich heraus schafft Gott etwas Neues, setzt sich mit der Welt in Beziehung als ihr Gegenüber. Als das Du - das „Andere“, das „Neue“.

Die Zwei ist darum biblisch die auch erste Zahl für den Menschen. Von Anfang an soll der Mensch nicht allein sein.

Was für eine wunderbare Botschaft schon vom Anbeginn der Bibel. Ich habe nicht ein für alle Mal eine unverwechselbare Identität, ich darf sie auch verändern. In meiner Brust dürfen zwei oder mehr Herzen schlagen. Weil Leben immer Leben in Beziehung und Bewegung ist. In Beziehung zu mir selbst und anderen. Zu meinen Partnern, Freundinnen, und Nachbarn. In der Beziehung zu Gott. Was für eine Chance!

Es grüßt Sie, Pfarrerin Christiane Neufang aus Köln

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