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Kirche in WDR 5 | 03.09.2018 | 06:55 Uhr

Nicht so kluge Wünsche

„Wünsche sind nie klug. Das ist sogar das Beste an Ihnen!“. Das sagt Charles Dickens und ich mag diesen Satz. Denn meine Wünsche kommen oft spontan, so direkt aus dem Herzen. Ich denke nicht nach, ob sie in Erfüllung gehen müssen, ob sie realistisch sind oder wer mir diesen Wunsch erfüllen soll. Natürlich wünsche ich mir das mein Wunsch in Erfüllung geht, sonst wäre es ja kein Wunsch. Aber wünschen ist eben nicht dasselbe wie fordern. Hinter Forderungen steht meine Erwartung, dass es bitte genauso gemacht wird, wie ich es gerade gesagt habe. ,. Hinter einem Wunsch steht die Hoffnung. Und allein diese Hoffnung macht das Leben prickelnd und spannend. Sie kenne vielleicht noch das Gefühl als Kind vor ihrem Geburtstag oder vor Weihnachten. Wo die Wunschliste lang war und man nicht wusste, was davon denn auf dem Gabentisch stehen würde.

Oft ist es gar nicht so wichtig, ob der Wunsch in Erfüllung geht, denn manchmal ist es dann enttäuschend, weil er selten die ganzen Vorstellungen und Hoffnungen verwirklicht. Aber ohne einen Herzenswunsch zu leben ist nur halb so schön.

Ich werde immer wieder mal gefragt, was denn mein größter Wunsch sei. Und immer wieder muss ich wirklich angestrengt nachdenken. Da gibt es die Wünsche, die absolut abgehoben sind, die gar nicht in Erfüllung gehen können – keinen Hunger mehr auf der Welt oder keinen Krieg. Das wünsche ich mir, aber ich weiß, dass so ein Wunsch eher zu denen gehört, die Wunsch bleiben. Obwohl: Goethe hat dazu gesagt: Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen. Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Also allein der Wunsch nach Frieden oder Essen für alle könnte mich dazu bewegen, an meiner Lebensweise etwas zu ändern und meinen Teil dazu beizutragen.

Ich habe aber auch mal ganz konkrete und materielle Wünsche – noch einmal Ente zu fahren, oder an einem Traumstrand zu liegen unter Palmen. Die gehören zu der Kategorie „Träumen“ um das Leben schöner zu machen. So wie es ein Charles Dickens sagt.

Neulich habe ich bei Freunden in der Familie den Satz gehört „wir sind hier nicht bei ´wünsch dir was`, sondern bei ´so isses´“. Der Satz galt der pubertären Tochter, die mal wieder einige Ideen hatte, wie was zu laufen hätte. Hinter manchem Wunsch, versteckt sich nämlich eigentlich eine Forderung. Ich glaube, uns täte es gut, sprachlich etwas aufmerksamer mit dem Wünschen umzugehen. Die Tochter darf sich ruhig wünschen, dass sie z.B. länger ausgehen könnte, aber eben nicht fordern.

Und das kann zum Verhängnis werden. Was, wenn die Tochter resigniert? Weil sie sich nicht verstanden fühlt? Auch wenn sie vielleicht etwas zu fordernd war – ihr Wunsch an sich ist ja berechtigt. Es ist so wichtig, dass Menschen das Wünschen nicht aufgeben. In meiner Kinderdorffamilie versuche ich es immer wieder, dass ich einem Kind, welches lautstark etwas einfordert, zu sagen, dass ich verstehe, dass es sich z.B. das Eis nun wünscht, aber dass ich diesen Wunsch nicht erfülle, weil es z.B. gleich Mittagessen gibt. Allein das Verstehen und Anerkennen eines Wunsches kann die Auseinandersetzung schmälern. Denn die meisten kleinen und großen Menschen wollen einfach nur verstanden werden. Nicht unbedingt erhört.

Deswegen wünsche ich mir, dass ich mir diese Herzensspontanität erhalte und jeden Tag viele Wünsche in den Himmel schicke. Dann bleibe ich offen und erwartungsvoll. Denn von erfüllten Wünschen wird man überrascht und bleibt dadurch lebendig und jung.

Ihnen wünsche ihnen nun einen guten Start in diese Woche. Ihre Sr. Jordana Schmidt aus Waldniel.

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