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Kirche in WDR 3 | 28.02.2017 | 07:50 Uhr

Ohne sie kein Karneval

Guten Morgen! Wissen Sie, an wen ich während dieser närrischen Tage oft denken muss? An die, die den ganzen Müll hinterher wieder wegmachen. Oder die während der Umzüge und bei anderen Veranstaltungen aufpassen, dass alles gut geht. Und ich denk auch an die, die zu Hilfe kommen, wenn was passiert. Ärzte oder Rettungssanitäter. Während die einen ausgelassen feiern, schieben die ihren Dienst. Tun ihre Pflicht, arbeiten halt.

Also an dieser Stelle erst mal ein riesengroßer Applaus mit Welle an all diese Menschen! Ein herzliches Dankeschön an alle Müllmänner und -frauen, an die Polizisten und die Rettungssanitäter. Denn ohne sie wäre das Feiern nur halb so schön oder eben gar nicht schön.

Mich macht es wütend, wenn ich höre und lese, dass diese ganzen Helferinnen und Helfer bei ihren Einsätzen beschimpft werden. Unmöglich!

Dass sich Leute mit ihren Handykameras an dem Leid verletzter Menschen aufgeilen und dabei den Einsatz behindern! Geht gar nicht!

Am schlimmsten aber: Dass die Helfer selbst angegriffen und verletzt werden, wenn sie ihren Dienst tun. Das geht nun absolut nicht mehr.

Übrigens, auch in meinem Lieblingsbuch steht etwas über diese Menschen. Und zwar hat der Apostel Paulus an die Christen in Rom geschrieben. In seinem Brief ruft er die Christen zu folgendem auf: "Gehorche der Regierung, unter der du lebst, denn sie ist von Gott eingesetzt." (1)

Ich stolper natürlich erst mal über dieses "von Gott eingesetzt". Gerade auch in der jüngsten Vergangenheit kommen mir da ja massive Zweifel. Ob tatsächlich alle "Staatsoberhäupter" so direkt von Gott eingesetzt werden? Nein, das wird hier von Paulus ja gar nicht gesagt. Es geht nicht um den einen Präsidenten. Sondern es geht um eine übergeordnete Macht, die das gemeinsame menschliche Leben ordnen soll. Dafür hat Gott gesorgt. Diese Macht soll die Guten belohnen und die Bösen bestrafen. Leider haben bestimmte Menschen dieses gute Prinzip immer wieder missbraucht. Übrigens Paulus schrieb diesen Brief, als Nero römischer Kaiser war. Das waren noch ganz andere Zeiten. Da gab es noch nichts mit Demokratie oder so.

Der Satz im Römerbrief geht so weiter: "Alle Regierungen haben ihre Vollmacht von Gott." Das können wir auch herunter brechen auf die untersten Ebenen. Eben die Müllmänner, Sanitäter und Polizisten. Oder andere "Staatsdiener", mit denen wir zum Beispiel auf Ämtern oder bei Behörden zu tun haben: Auch die haben ihre Vollmacht von Gott, ob sie das wissen oder nicht. Also, das nächste Mal, wenn ich wieder mit einem Beamten oder so zu tun habe, möchte ich daran denken: Da ist einer, der ist "im Auftrag des Herrn unterwegs!"

Jedenfalls solange er nicht komplett gegen den Auftrag verstößt. Da kann man dann natürlich gegen rebellieren. Wenn er aber seine Arbeit zum Wohl der Gemeinschaft tut: Dann übersehe ich das leicht. Dass er einen übergeordneten Auftrag hat. Und ich nehme mir vor, einem solchen Staatsdiener – genauso aber auch dem Müllmann oder Sanitäter bei nächster Gelegenheit mal ein Danke zu sagen. Machen Sie mit?

Ihr Pastor Heddo Knieper aus Herne.

(1) Römer 13,1 Übersetzung: Neues Leben. Die Bibel

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