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Kirche in WDR 2 | 03.04.2018 | 05:55 Uhr

Osteroptimismus im Supermarkt

Osteroptimismus im Supermarkt

Ich stehe im Supermarkt an der Kasse, vor mir zwei ältere Damen – tief in ein Gespräch über das Wetter und das volle Wartezimmer beim Hausarzt. Die eine mit Rollator, die andere zieht eine Art Trolli hinter sich her, aus der sie nun Milch, Brot, Eier und noch ein paar Kleinigkeiten auf das Band legt. 9,80 Euro soll sie bezahlen. Nun kramt sie ihre Börse aus einer Umhängetasche und zieht einen 50-Euro Schein hervor. Und wir an der Kasse merken, wie es ihr schwer fällt, den Schein abzugeben. Die Verkäuferin sagt: „Tut schon weh, ist doch alles so teuer geworden“. Sie nickt und sagt, recht traurig aussehend, nichts mehr. Die Verkäuferin nimmt den 50-Euro-Schein und gibt der Dame zwei 20er-Scheine, sowie zwanzig Cent in Münzen wieder. Ich sage spontan: „Schauen sie mal: wenn ein Kind einen Schein abgeben würde und bekommt dafür zwei wieder plus richtige Münzen, dann freut es sich riesig.“ Die beiden Damen schauen mich an und lachen herzhaft: „Junge Frau, da haben sie Recht.“, sagt die eine und beide gehen lachend aus dem Supermarkt.

Natürlich hilft die Erzählung nicht, dass Menschen wirklich mehr Geld haben – sie rettet niemanden und verändert nichts – außer der Einstellung. Aber darum geht es doch.

Meine große Schwester war vor ein paar Wochen in Äthiopien. Bittere Armut hat sie gesehen in den Slums der Großstädte. Sie fühlte sich hilflos und beeindruckt zugleich. Denn sie hat so viele lachende Gesichter gesehen, trotz der Armut. Mehr als sie in Berlin je gesehen hat.

Es sind unsere Einstellungen, die unser Leben deprimieren oder froh machen. Die Sache mit dem halb leeren und dem halb vollen Glas,….sie kennen das längst.

Deswegen werden in der christlichen Religion auch alle Texte und alle Glaubensgrundsätze immer von der Auferstehung her gesehen – von dem „wir sind schon längst gerettet“.

Die Christen sind noch immer in der Osterzeit – bis Pfingsten dauert die noch. Die Zeit voller Halleluja und Fülle. Die wichtigste Zeit des Jahres – länger als jede Fastenzeit. Das macht deutlich, alles was passiert in unserem Leben, darfst du vom Standpunkt der Erlösung aus sehen. Christen könnten daher eigentlich Grund genug haben zum Lachen – herzhaft, wie die beiden älteren Frauen an der Supermarktkasse. Alles eine Frage der Einstellung – selbst in Situationen, die augenscheinlich nicht erhebend sind.

Der Optimist hat nicht mehr Recht als der Pessimist – aber er lebt besser, sagt ein Sprichwort. Im Grunde könnten Christen durch Ostern zu den Optimisten schlechthin werden. Auch an Supermarktkassen.

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