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Kirche in WDR 5 | 26.05.2014 | 06:55 Uhr

Ruheinsel Sonntag

Gestern war Sonntag. Wie war Ihr Sonntag, liebe Hörerin, lieber Hörer? Wie haben Sie Ihren Sonntag gestaltet? Für mich ist der Sonntag etwas ganz Besonderes: eine heilsame Unterbrechung vom Alltagsbetrieb. Am Sonntag herrschen andere Spielregeln als an den sechs Tagen zuvor. So ist es seit Jahrhunderten. Die Unterbrechung des Alltagsbetriebs durch den Sonntag erinnert uns alle daran, dass Arbeit und das Streben nach Gewinnmaximierung ein Maß und eine Grenze brauchen. Der Sonntag steht dafür, dass im Leben mehr zählt als das, was zählbar und verrechenbar ist. Das alles ist nie selbstverständlich, aber heute aus verschiedenen Gründen heftig umstritten.

Maschinenlaufzeiten lassen es aus ökonomischen Gründen sinnvoll erscheinen, dass die Produktion ohne Unterbrechungen läuft. Mittlerweile haben sich die meisten Menschen daran gewöhnt, dass sie fast rund um die Uhr alles zum täglichen Leben einkaufen können oder shoppen gehen. Einen Tag in der Woche, an dem man nicht shoppen kann? – Das sehen viele gar nicht ein. Und natürlich gibt es schon immer viele Berufe, für die auch der Sonntag ein Arbeitstag ist: Ärzte und Pflegekräfte, Feuerwehrleute und Polizisten, Zugbegleiterinnen, Köche und Servicepersonal und viele mehr.

Der Sonntag hat eine lange Tradition, eine biblische Tradition. Da wird erzählt wie Gott die Welt erschafft. Am Ende den Menschen. Nun ist Gott zufrieden und legt höchstselbst eine Ruhepause ein. Damit beginnt das Leben für den gerade erschaffenen Menschen mit einem Ruhetag. Noch bevor er etwas leisten kann, noch bevor er sich inszenieren kann, erst einmal Ruhe. Und Gott sah, alles war sehr gut. Alle sollen seitdem an diesem Tag Pause machen – so die jüdisch-christliche Tradition. Alle hieß zu biblischer Zeit: Auch diejenigen, deren Aufgabe es war, anderen zu dienen, Knechte und Mägde zum Beispiel und die Fremden im Land, sollten davon profitieren und zur Ruhe kommen.

Religiöse Prägung und Tradition – hier die jüdisch-christliche – wirken in guter und menschenfreundlicher Weise kulturbildend und gesellschaftlich prägend. Selbst wenn man die religiösen Grundüberzeugungen nicht teilt, müssen wir uns doch gemeinsam in der Gesellschaft um einen Konsens darüber bemühen, wie wir Besinnungslosigkeit und einen ununterbrochenen Alltagsbetrieb vermeiden können. Denn ohne Sonntage gäbe es nur Werktage.

Für mich gehört zum Sonntag auch der Besuch eines Gottesdienstes. Mir gefallen die Ruhe dort und die Möglichkeit ungestört nachzudenken. In den Liedern, in den Worten aus der Bibel, in den Gebeten und in der Predigt höre ich immer wieder auch Worte, die ich mir so nicht selbst sagen kann. Die Erinnerung an Gottes Geschichte mit den Menschen ermutigt mich. Der Zuspruch, dass auch mein Tun, mein schuldig werden, mich nicht von Gott trennt, tut gut. Und mich durch den Anspruch herausfordern zu lassen, dass der Glaube an Christus die Welt verändern will, rüttelt mich immer wieder auf, setzt mich in Bewegung.

Vermutlich haben viele ihre je eigenen Sonntagsrituale: Zu einem guten Sonntag gehört für mich auch ein ausführliches Frühstücken ohne den alltäglichen Zeitdruck. Ein Mittagsschlaf, ein schöner Spaziergang, das gründliche Lesen der Zeitung, das Sitzen im Garten, Besuche und Gespräche mit Freunden, die auch frei haben.

Mein Sonntag ist sehr oft Erholung für den Leib und Balsam für die Seele.

Am Ende dieser Woche wartet wieder ein Sonntag auf uns. Eine Chance, die wir nutzen können, meint Präses Manfred Rekowski aus Düsseldorf.

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