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Kirche in WDR 2 | 15.09.2018 | 05:55 Uhr

Schöpfung zerstören

Nach dem Sommer des Jahrhunderts ist es mir ein tiefes Anliegen, euch zu schreiben. Ich möchte mich jetzt schon mal bei euch entschuldigen. Für die Katastrophen, mit denen ihr in Zukunft klar kommen müsst.

Schmelzende Gletscher und Polkappen, verschwundene Regenwälder und leergefischte Meere, ausgestorbene Korallenriffe und verschwundene Spezies.

Entschuldigen dafür, dass wir unseren Planeten ausbeuten und kaputt machen.

Die Wissenschaftler warnen uns zwar schon seit Jahrzehnten. Aber wir haben sie nicht ernst genommen.

Heute, nach dem Sommer 2018, der mal wieder alle Hitzerekorde gebrochen hat, kann man vielleicht noch umsteuern.

Ja, wir haben alle Informationen, die wir brauchen.

Stattdessen treten wir weiter gut gelaunt ins Gaspedal unserer Verbrennungsmotoren und rauschen mit voller Wucht vor die Wand. Während ihr hinten im Kindersitz lacht.

In meinem Bekanntenkreis hat sich niemand je ernsthaft und konsequent angestrengt, gegen den Klimawandel zu kämpfen. Mich eingeschlossen.

Ja – im Bioladen einkaufen, zumindest ab und an.

Oder das Auto mal gegen das Fahrrad tauschen, bei schönem Wetter, klar.

Oder den Müll trennen – und die Nachbarn ausschimpfen, wenn die das nicht konsequent genug machen, logo.

Aber das eigene Auto abschaffen und stattdessen car sharing machen?

Oder gar ein Elektroauto kaufen?

Einmal in der Woche einen Veggieday und auf Fleisch verzichten?

Also, bitte… .

Wir sind einfach nicht bereit, unseren verschwenderischen Lebensstil aufzugeben.

Wir haben uns daran gewöhnt, nach Mallorca zu jetten, so wie man früher zum Baden an den Baggersee gefahren ist.

Wir haben ein bisschen Verzicht geübt.

Aber weit jenseits der 80% CO2 Einsparung, die für jeden von uns nötig ist, um die Erderwärmung bei 2 Grad Celsius zu halten.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, heißt es in der Bibel.

Und dann hatte Gott die Idee mit seinem Ebenbild, dem Menschen:

Seid fruchtbar und vermehrt euch!

Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz!

Das haben wir verstanden und das haben wir gemacht - mit allerletzter Konsequenz.

Aber der Satz geht noch weiter:

Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer Fürsorge an

Das haben wir leider nicht mehr gehört. Oder überhört.

Vielleicht liegt es daran, das wir Menschen nicht weiter als fünf oder zehn Jahre denken können. Vielleicht ist es uns aber einfach nur scheißegal.

Idee: SZ Magazin vom 14. JULI 2017, ABSCHIEDSKOLUMNE

Marc Baumann

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