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Kirche in WDR 2 | 30.07.2018 | 05:55 Uhr

Selbstliebe

Manchmal sehen sie aus wie Models die jungen Frauen, wenn sie sich in Szene setzen für ihr Status-Bild auf WhatApp, Facebook, Instagram. Whatever. Erstaunlich was so geht, denke ich dann, wenn ich ihnen in echt begegne. Schminken ist eben auch nur Kunst.

Ich persönlich bin in den 70ern hängen geblieben. Kajal und Lippenstift. Nur das Partully. Erinnern Sie sich noch? Dieses Indische Öl, von dem mein Vater immer behauptet hat, es würde nach Hundekacke riechen, habe ich ausgetauscht gegen einen frischeren Duft. Bei den jungen Frauen ist das heute ganz anders. Die haben ganze Schminkköfferchen und gehen auch schon mal gerne mit glamourös geschminkten Augen und Lippen in die Schule, oder zur Arbeit. Von den Fingernägeln wollen wir gar nicht erst reden. Den perfekt lackierten, echten und unechten. Ich finde das spannend.

Neulich haben wir darüber diskutiert auf der Arbeit, im Sender: Wo ist die Grenze? Eine junge Redakteurin präsentiert sich in den sozialen Medien äußerst Sexy. Öffentlich. In aller Welt. Nun wird behauptet, dass sie sexuel was will. Vielleicht ist das aber auch nur eine Unterstellung. Vielleicht hat das gar nichts mit Anmache zu tun, sondern ist einfach normal für sie. Und selbst wenn, ist es verboten zu sagen: Ich bin attraktiv und eine gute Journalistin? Und was ist mit uns alten? Inszenieren wir uns nicht auch? Jetzt in den Sommerferien werde ich wieder überschwemmt von Fotos. All die lieben Freunde und Freundinnen, Verwandte und entfernte Bekannte lassen mich teilhaben an ihren Urlaubserlebnissen. Auch das ist eine Form der Anmache: Schaut her. Wir sind auf Malle. Wir sind in New York. Essen krabben oder Burger. Sind gut gelaunt und genießen das Leben. Manche schreiben ganze Blogs aus Thailand und Miamar. Wirklich spannende Geschichten mit geilen Fotos.

Ich finde das nicht schlimm, das mit dem sich selbst inszenieren. So kann ich mich für andere freuen. Gut, manchmal bin ich vielleicht doch ein wenig neidisch.

Ich finde das nicht schlimm, denn zur Nächstenliebe gehört die Selbstliebe. Wer für sich gut sorgt, sich selbst toll findet, liebevoll mit sich umgeht, wie die Therapeuten das sagen, und glücklich ist, kann auch anderen gutes tun. Vielleicht nicht glücklich glücklich. Aber zufrieden. Für manche ist das tolle Makeup Ausdruck dessen. Für andere ein toller Urlaub. Und das muss eben unbedingt gepostet werden. Warum nicht?

Also mein Plädoyer lautet: Was soll die Aufregung über selbstverliebte Statusbilder? Ohne Selbstliebe keine Nächstenliebe. Gilt auch für Christen.

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