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evangelisch

Hörmal | 11.02.2018 | 07:45 Uhr

Sinn für das Wichtige

Bei der morgendlichen Runde mit dem Hund gibt es stets etwas Neues zu entdecken: Was alles wächst und sprießt oder einfach auch nur die neue Schlammpfütze, die gestern noch nicht da war. In so einer Pfütze lag gestern „Benno“ der schwarze Labrador von nebenan. Der Besitzer und meinte nur: „Mal sehen, ob er das übersteht.“ „Der Hund?“ – fragte ich überrascht, eigentlich gehört ein Labrador von Natur aus in ein Schlammloch.

„Nein, nicht der Hund, der neue GPS-Fitnesstracker!“

Benno hat also tatsächlich ein Gerät um den Hals, das nicht nur Standort und Wegstrecke aufzeichnet, sondern auch noch seine verbrauchten Kalorien und die gesamten Vitalfunktionen. Nette Spielerei, denke ich, aber aus Benno soll doch kein Triathlet werden, allein schon mit dem Radfahren wird das nix... Wozu also das Ganze?

Reicht es nicht mehr, den gemeinsamen Spaziergang zu genießen? Die Sonne, den Wind, den Regen? Sich zu freuen, wie das Tier springt über Gräben und Zäune und im Matsch landet?

Nachdem das „Herrchen“ selbst mit Hilfe von allerlei Ratgebern und digitalen Helfern durch-optimiert ist, scheint nun das Haustier an der Reihe. Vielleicht sogar eine logische Konsequenz. Der Zwang „mehr“ aus sich und allem, was man besitzt, zu machen, ist unaufhaltsam.

Aber: Tut das gut? Immer neue Ziele? Was ist der Zweck? Besser zu sein? Oder: Der Wunsch alles zu dokumentieren? Die Kontrolle über mein Leben zu behalten, das mir sonst aus den Fingern zu gleiten droht?

„Schaut auf die Vögel des Himmels“ –sagt Jesus einmal: „Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen – und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“ Offenbar gefällt Gott zweckfreies Dasein, weil daran am besten deutlich wird, wem wir alles verdanken: Das Wachsen und Blühen, Benno und die Schlammpfütze, Sonne auf der Haut und Regen im Gesicht. Mit dieser Haltung gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

„Glauben“ nennt Jesus diesen Sinn für das, was wichtig ist. Manchmal reicht dazu ein morgendlicher Hundespaziergang. Manchmal braucht es aber Menschen, die gemeinsam fragen: Was tut gut? Was ist das Ziel? Wie bekomme ich Halt in meinem Leben, unter meinen Füßen? Wer keine Hemmungen hat, die Tür einer Kirche zu öffnen, trifft dort Menschen, die sich auch diese Fragen stellen. Und davon überzeugt sind, dass es zweckfrei, aber nicht sinnlos ist, Neues bei Gott zu entdecken.

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