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Hörmal | 24.06.2018 | 07:45 Uhr

Stellen Sie sich Ihren Fehlschlägen

Mein Weg ist versperrt. Jetzt auch noch eine Baustelle für Fußgänger! Was mich aber neugierig macht, ist ein kleines Schild an der Absperrung. „Stellen Sie sich ihren Fehlschlägen. “Stellen Sie sich ihren Fehlschlägen? Machen Sie den Face Tape Test gleich heute noch. Wie treffen Sie den Ball im Vergleich zu den Profis.“

Der kleine Golfer-Shop, der unmittelbar in der Nähe liegt, nutzt die Baustellenabsperrung als Aufhänger für ein neues Serviceangebot.

„Stellen Sie sich ihren Fehlschlägen.“ Was der Golflehrer wohl empfiehlt – ich kann nur vermuten: Erst mal die Analyse – durch diesen Face Tape Test – keine Ahnung.

Dann die Übungsempfehlung. Immer wieder derselbe Bewegungsablauf. Sieht schon witzig aus, wenn die Damen oder Herren auf dem kleinen Grün mit unzähligen Bällen hantieren, die fast den ganzen Rasen bedecken.

Na ja – und dann, am Ende sicher der Hinweis: Nach der ganzen Konzentration bei den Übungsschlägen erst mal mental runterschrauben. Auch wenn die Bälle immer noch nicht ihr Ziel erreichen. Gelassenheit bewahren, denn durch Verkrampfung, die bei so viel Konzentration entsteht, erreicht man gar nichts.

Stellen Sie sich ihren Fehlschlägen. Ich bin kein Golfer. Fehlschläge kenne ich auch. Ich erreiche nicht, was ich eigentlich will, knapp daneben ist auch vorbei. Und das ärgert mich besonders, weil meist andere Menschen davon betroffen sind. Außerdem nerve ich mich über mich selber, über meine eigene Unfähigkeit oder fehlende Konsequenz. Da ich schon einige Jahrzehnte am Üben bin, kenne ich meine Lebensbaustellen, immer wieder geht’s an derselben Stelle daneben.

Sich den eigenen Fehlschlägen zu stellen. So einfach ist das nicht. Am liebsten schaue ich nämlich nicht hin. Denn das macht mich ganz klein. Wieder nicht geschafft. Das schaffst du nie.

Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, es beim nächsten Mal bestimmt anders zu machen. Wie viele Übungen habe ich mir schon ausgedacht. Und am Ende: wieder daneben.

Stellen Sie sich ihren Fehlschlägen. Es geht vermutlich nicht anders, als dass ich mich dem stelle, was nicht gelingt. Es wird auch nicht anders gehen, als dass ich immer wieder übe, etwa Verhaltensmuster zu durchbrechen, neue einzuüben.

Aber ich brauche dazu so eine Art innere Erlaubnis: Du darfst dich deinen Fehlschlägen stellen. Das ist nicht eine Aufforderung oder ein unangenehmer Befehl – sondern ein entlastender Zuspruch. Fehlschläge sind und bleiben Fehlschläge – du bleibst hinter den Erwartungen zurück, die du an dich selber stellst. Das ist so. Aber du musst deshalb nicht resignieren, du musst deshalb nicht in den Boden versinken.

Was mir als Christ hilft, ist mein Glaube. Es ist die Erlaubnis Gottes, dass ich jeden Tag wieder neu anfangen kann mit dem Üben: Denn Gott hält zu mir – allen Fehlschlägen zum Trotz. Das gilt für uns alle. Also, keine Sorge – stellen Sie sich ihren Fehlschlägen!

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