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Kirche in WDR 4 | 02.03.2018 | 08:55 Uhr

Surinam - Weltgebetstag der Frauen

„Ich komme aus Surinam, Mama.“ (1) Die kleine Marianne aus Bayern ist fest davon überzeugt. Surinam in Südamerika – das wird der Ort ihrer Sehnsucht bleiben. Ein ganzes Leben lang. Denn es lässt sie nicht los, was ihr Großvater ihr ins Herz pflanzte als sie klein war. „Er war Gärtner und zeigte und erzählte mir … von den tropischen Pflanzen und Tieren die es im Regenwald von Surinam gibt“. Und dass die Menschen dort aus vielen Kulturen kommen - erinnert sich Marianne heute, wo sie schon über siebzig ist. (2) Und so träumte sie als kleines Mädchen nachts davon, wie sie in Surinam lebt: „zusammen mit Menschenkindern aus China, Indien, Afrika und dem westlichen Kontinent in einem fernen Land am Meer mit einem großen Regenwald.“ (3)

Die kleine Marianne von damals ist heute die Schauspielerin und Kabarettistin Marianne Sägebrecht. Und sie wirbt in diesem Jahr mit für den Weltgebetstag der Frauen. Seit über 130 Jahren gibt es diese größte ökumenische Frauenbewegung weltweit. Heute, am 2. März, laden Frauen in über 120 Ländern der Erde zu ökumenischen Weltgebetstags-Gottesdiensten ein. Die Gebete, Texte und Lieder dazu kommen in diesem Jahr aus dem kleinen Staat Surinam. Der liegt im Nordosten von Südamerika, nördlich von Brasilien am Atlantischen Ozean. Das Thema des Weltgebetstags-Gottesdienstes ist: „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ In Surinam konnte man das lange Zeit sehen. Ein paradiesischer Ort war es und verzauberte schon vor 300 Jahren die aus Frankfurt am Main stammende Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian. 1699 machte sie sich allein mit ihrer Tochter auf die Reise nach Surinam. Sie zeichnete dort zwei Jahre lang tropische Pflanzen und Tiere wie Falter, Käfer, Schlangen, Spinnen und Leguane. Später gab sie ein Buch mit ihren Zeichnungen (Kupferstich) heraus. Berühmte männliche Naturforscher benutzten ihre Werke und ordneten Maria Sibylla Merians Ergebnisse fälschlich unter ihrem eigenen Namen ein. (4)

Der Weltgebetstag erinnert auch an diese herausragende Naturforscherin. Und Surinam-Fan Marianne Sägebrecht bezeichnet sie als ihre „Seelenschwester“. (5) So hat der Weltgebetstag in diesem Jahr zwei bedeutende Patinnen, denen die Umwelt, die Schöpfung Gottes am Herzen liegen. Surinams Natur und seine Frauen brauchen es, dass die Welt dorthin schaut. Rund 90 Prozent der früheren niederländischen Kolonie bestehen aus Regenwald. Aber die Natur und das harmonische Zusammenleben der Menschen verschiedener Herkunft und Religion in Surinam sind zunehmend in Gefahr. Die Wälder werden gerodet und Rohstoffe rücksichtslos und illegal abgebaut. Damit wird die Natur zerstört. Das Land ist außerdem wirtschaftlich abhängig vom Gold- und Öl-Export. Weil die Rohstoff-Preise schwanken, ist das Sozialsystem kaum noch finanzierbar. Das gesellschaftliche Gleichgewicht gerät aus den Fugen. Das trifft besonders die Frauen und Mädchen. Gewalt gegen Frauen und Kinder nimmt zu und Frauen prostituieren sich aus finanzieller Not. (6) Deshalb geht der Ruf von Surinams Frauen heute im Weltgebetstags-Gottesdienst rund um die Welt: „Lasst uns nicht länger zögern, sondern alles tun, was wir können, um die Erde für diejenigen zu erhalten, die nach uns kommen.“

(ENDE WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Das Internationale Weltgebetstags-Komitee ist in diesem Jahr für den Friedensnobelpreis nominiert. (7) Auf vielen Wegen befördert es Frieden und Gerechtigkeit. Vor allem erzählen Frauen hier ihre eigene Geschichte und die Geschichte ihres Landes in Texten, Liedern und Gebeten oder beim gemeinsamen Essen. Dabei pflanzen sie – wie Mariannes Großvater - allen, die dabei sind ins Herz, wie schön die Welt ist, was sie zerstört und was sie heilen kann. Beten Sie heute mit – wenn Sie Zeit haben in einer Gemeinde in Ihrer Nähe.

Es grüßt Sie, Rundfunkpfarrerin Petra Schulze aus Düsseldorf.

(1) https://www.buecher.de/shop/hollywood/auf-dem-weg-nach-surinam/saegebrecht-marianne/products_products/detail/prod_id/42812048/

(2) https://weltgebetstag.de/aktuelles/einzelansicht/news/interview-mit-marianne-saegebrecht/

(3) s. (1)

(4) Ulrike Kress, https://weltgebetstag.de/fileadmin/user_upload/downloads/Ideen/Maria_Sibylla_Merian_stellt_sich_vor.pdf

(5) s. (2)

(6) Pressemitteilung vom 06.02.2018 / Stein /Weltgebetstag 2018: Frauen fordern radikales Umdenken.

(7) http://www.frauenhilfe-westfalen.de/news_2018/wgt-nominierung-friedensnobelpreis-651.html

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