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Kirche in WDR 2 | 12.05.2015 | 05:55 Uhr

Tag der Pflege

Heute ist der „Internationale Tag der Pflege“. In vielen Ländern soll heute eigentlich in besonderer Weise die Arbeit von Menschen gewürdigt werden, die sich der Versorgung von kranken, behinderten oder alten Menschen widmen. Am 12. Mai wird dieser Tag begangen, weil sich an ihm der Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale jährt, die 1820 zur Welt kam. Sie gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege. Nach dem Aus-bruch des Krimkrieges Mitte des 19. Jahrhunderts leitete sie eine Gruppe von Pflegerinnen, die verwundete britische Soldaten betreute. Mit der Pflege selbst hatte sie wenig zu tun. Ihre Leistung bestand darin, unter schwierigsten äußeren Bedingungen einen rudimentären Krankenhausbetrieb aufrecht zu erhalten. Weil sie nachts die Verletzten mit einer Lampe besuchte, ging sie unter dem romantischen Namen „Lady With The Lamp“ sogar in die Folklore ein. Der Beruf der Krankenschwester bekam eine Aura von selbstloser Aufopferung.

Das kann manchmal den Blick dafür verstellen, dass Pflegeberufe weder heroisch noch romantisch sind, sondern alltägliche Schwerstarbeit. Wer heute in die Pflege geht, muss nicht nur körperlich und seelisch robust, sondern auch in der Lage sein, komplizierte Technik einzusetzen und erhebliche Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben durchzuführen. Es darf einem nichts ausmachen, pausenlos fremde Menschen anzufassen. Einen alten Menschen zu wickeln oder jemanden, der sich vollgemacht hat, zu waschen, ist nichts für Zartbesaitete. Pflegeberufe auszuüben heißt auch, ordentlich zupacken zu können. Man braucht eine gewis-se Kraft und körperliche Ausdauer, wenn man erwachsene Menschen stützen, umbetten oder hochheben muss. Und die Belastbarkeit muss nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische sein. Der Umgang zum Beispiel mit geistig Behinderten oder Demenzkranken setzt neben Einfühlungsvermögen auch eigene Stabilität und nicht zuletzt viel Geduld voraus. Und Altersheime stehen heute längst nicht mehr für fröhliche Rommee-Runden, sondern sind die letzte Station vor dem Tod. Menschen kommen alt, mehrfach erkrankt und sind auf Pflege angewiesen. Selten bleiben sie länger als ein Jahr. Sie kommen zum Sterben und brauchen Hilfe.

Gemessen daran werden Pflegeberufe eher mittelprächtig bezahlt. Die monatliche Vergütung liegt zwischen 1.800 Euro für ausgebildete Pflegehelferinnen und 3.200 Euro für eine hoch qualifizierte OP-Schwester. Den Durchschnittswert von 2.600 Euro pro Monat erreicht man nur bei tarifgebundenen Sozialunternehmen wie zum Beispiel Diakonie und Caritas. Private Pflegedienste zahlen oft deutlich schlechter. Ob der gesetzliche Mindestlohn da Abhilfe schafft, ist gar nicht so klar.

Mehr noch als unter dem unangemessenen Einkommen leiden Pflegekräfte unter schlechter öffentlicher Akzeptanz. Die einzelne Krankenschwester oder Altenpflegerin genießt in ihrer unmittelbaren Umgebung und bei Angehörigen vielleicht Respekt. Das ändert aber nichts daran, dass die Medien nicht über Pflege, sondern lieber über Pflegeskandale berichten. Und manche Politiker verbreiten nur zu gern das Vorurteil, Pflege sei schlecht und viel zu teuer. Eine Gesellschaft, die immer älter wird, sollte sich allmählich mal darauf besinnen, wie kost-bar ihre Pflegekräfte sind. Vielleicht trägt der heutige „Tag der Pflege“ ja wenigstens ein bisschen dazu bei.

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