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Kirche in WDR 2 | 30.05.2018 | 05:55 Uhr

Taufen im Jordan

Am Sonntag lassen wir unser erstes Kind taufen. Freunde von uns waren dieses Jahr in Israel und haben uns für die Taufe Wasser an der Jordanquelle gezapft. Wir werden es am Sonntag in das Taufbecken gießen, weil wir daran glauben, dass Jesus von Johannes dem Täufer im Jordan getauft worden ist. Es ist ein schönes Zeichen, finde ich.

Und gleichzeitig weiß ich, dass ich mit dieser Taufe nicht steuern kann, ob unser Kind ein überzeugter Christ wird oder nicht.

Die Unterhaltung zwischen Jesus und Johannes vor der Taufe gefällt mir deshalb in einer Bibelübersetzung besonders gut. Als Jesus zu Johannes kommt, ist der erstmal sehr zurückhaltend. Er hat zwar schon total viele Menschen getauft, aber zu Jesus sagt er: „Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?“

Und Jesus antwortet: „Zögere nicht, mich zu taufen! Das ist es, was wir jetzt tun müssen. So eröffnen wir den Weg, auf dem der Wille Gottes ohne Abstriche erfüllt wird.“

„So eröffnen wir den Weg…“ – Ich mag diese Formulierung sehr. Denn gerade heute ist es für viele Christen nicht mehr selbstverständlich ihr Kind taufen zu lassen. Im Gegenteil: Manche tun es nur noch aus Tradition und andere tun es bewusst nicht, weil sie wollen, dass sich ihr Kind später aktiv für das Christentum entscheidet.

Für meinen Mann und mich ist die Taufe die Eröffnung eines Weges mit Gott. Klar werden wir als gläubige Menschen unserem Kind etwas von dem vorleben, was uns erfüllt. Es wird in unserem Haushalt ständig mit unserem Glauben konfrontiert werden, es wird merken, wie wir auf Menschen gucken, was wir von Gott denken. Denn das alles ist bei uns, die beide für die Kirche arbeiten, Alltag.

Trotzdem ist mir bewusst, dass sich unser Kind später vielleicht gegen diesen Weg entscheidet. Vielleicht wird es mit dem, was wir ihm da anbieten, nichts anfangen können. Vielleicht wird es sich einer anderen Religion zuwenden oder einfach aus der Kirche austreten, wenn es erwachsen ist.

Das ist alles möglich und dennoch taufen wir es diese Woche. Pessimisten finden das vielleicht sehr naiv. Aber ich glaube, dass Eltern in allen Bereichen ihrer Erziehung genau solche Entscheidungen treffen: die einen schenken ihren Kindern bewusst kein Handy, damit es sich möglichst strahlenfrei entwickeln kann, und die anderen finden, dass die Handynutzung gar nicht früh genug beginnen kann, damit ihr Kind in unserer Gesellschaft erfolgreich wird.

Auch gegen solche Entscheidungen werden sich die eigenen Kinder vielleicht auflehnen. Trotzdem entscheiden die Eltern zu Beginn vieles für das Kind.

Umso wichtiger ist mir der Satz von vorhin: „Wir eröffnen den Weg…“ Das heißt nicht, dass wir unserem Kind mit einer Taufe seinen Lebensweg vorgeben oder es in unsere Religion zwingen wollen. Aber das heißt schon: wir halten diesen Weg für unser Kind für wertvoll.

Die Freiheit, später nein zum Weitergehen zu sagen, hat es trotzdem.

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