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Kirche in WDR 2 | 08.08.2017 | 05:55 Uhr

Tiefenentladung

Als in den 90er Jahren die ersten Handys auf den Markt kamen, habe ich darüber gelacht bzw. die Dinger verteufelt. Ich fand diese Mobiltelefone überflüssig, lästig und störend.

Jetzt habe ich zwei Handys. Eins für die Arbeit und eins privat. Besonders das Diensthandy benutze ich quasi ständig, um irgendwelche Artikel zu lesen, Bilder zu bearbeiten oder eine kurze Nachricht zu schreiben. Das mache ich überall. Einmal sogar im Kino, um zu überprüfen, wie die Eltern von Spiderman heißen. Die Antwort ist übrigens Richard und Mary Parker.

Kurz gesagt. Ich habe die Kontrolle verloren. Größtenteils jedenfalls.

Tja und vor ein paar Wochen ist es dann passiert. Mein Diensthandy hatte zwar noch ein wenig Akku, ging aber trotzdem einfach aus. Es war weder mit Strom, Flüchen oder guten Worten wieder zu aktivieren. Unsere IT-Abteilung sagte, dass das Ding an einer „Tiefenentladung“ leiden würde und ich es minimum 36 Stunden an den Strom anschließen müsse und dann würde es mit etwas Glück wieder anspringen.

Eine „Tiefenentladung“ muss man sich wohl ungefähr so vorstellen. Wenn ein normal funktionierender Akku 0 Prozent anzeigt ist er eigentlich nicht völlig leer, sondern hat für seine Grundfunktionen eine Art Reserve übrig. Bei der Dauernutzung eines Akkus kann es aber passieren, dass diese Reserve auch entladen wird. Der Akku ist dann wirklich komplett leer und das kann zu schweren Schäden am Gerät führen.

Tja, die Parallelen von einer Tiefenentladung eines Akkus zu meinem persönlichen Umgang mit dem Handy sind so offensichtlich peinlich, dass ich mich kaum traue hier davon zu erzählen. Trotzdem ist es wahr. Die ständige Erreichbarkeit und die ständige Möglichkeit, irgendwas zu recherchieren macht mich mürbe und geht an meine Substanz.

Als ich das Handy 36 Stunden nicht benutzen durfte, war ich anfänglich übernervös und hatte tief drin die Sorge, irgendwas zu verpassen. Aber dann war es eigentlich ganz schön. Ich konnte mit gutem Gewissen nicht erreichbar sein und mir in der erzwungenen Pause überlegen, wie ich zukünftig noch mehr Handypausen machen kann.

Solche Pausen kann ich wirklich empfehlen, weil auf der Insel der Nichterreichbarkeit mit etwas Geduld aus einer Tiefenentladung eine Tiefenentspannung werden kann.

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