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Kirche in WDR 2 | 15.05.2018 | 05:55 Uhr

Tochter sein dürfen

Vor einigen Jahren habe ich einmal in unserem Kinderdorf eine Jugendliche, Elli, auf die Taufe vorbereitet. Sie war schon seit sie klein war im Kinderdorf und besuchte die Schule im Ort.

Die Kinder und Jugendlichen, die bei uns im Bethanien Kinderdorf leben, sind von Jugendämtern bei uns untergebracht worden, weil sie in ihren Familien nicht mehr bleiben konnten. Sie haben oftmals Vernachlässigung, Gewalt oder sogar Missbrauch erfahren. Manche kommen schon als kleine Kinder oder sogar Säuglinge zu uns, so wie Elli, die ich vorbereit habe. manche erst später. Manche bleiben, bis sie erwachsen sind und manche können nach einiger Zeit wieder zu ihrer Familie zurück oder wechseln in eine Pflegefamilie.

Da viele der Kinder und Jugendliche ohne eine Erfahrung mit Gott oder Kirche kommen, lernen sie diese bei uns kennen und manche von ihnen beschließen im Lauf der Zeit, dass sie zu dieser Gemeinschaft der Christen intensiver dazu gehören wollen. So auch Elli. Sie war damals 14 Jahre alt. Glaubensmündig. Sie durfte selber entscheiden wohin sie gehören will im Glauben.

Mit ihr habe ich dann ganz intensiv über Gott gesprochen, der wie ein Vater ist; über das Gebet Vater Unser und über die vielen Stellen im Evangelium, in dem Gott uns durch Jesus zeigt, wie sehr er uns liebt und wie er zu uns steht.

Gegen Ende der Vorbereitungszeit merkte ich, wie sie immer stiller wurde, nachdenklich …dabei aber nicht unglücklich wirkte. Und in einer Stunde brach es aus ihr heraus. Sie sagte: Ich habe immer darunter gelitten, wenn meine Freundinnen und Schulkameraden von ihren Vätern geredet haben, was sie alles machen und arbeiten und so weiter. Ich konnte da nie mitreden, denn meinen Vater kenne ich gar nicht. Er hat sich nicht um mich gekümmert. Aber jetzt, jetzt weiß ich es: Gott ist mein Vater!

In dem Moment wo sie diese Gotteserfahrung, diese Vater-Tochter-Erfahrung gemacht hatte, hat sie sich selbst als wertvoll erfahren. Sie wusste, wo sie hingehört und dass sie gewollt ist. Eine Erfahrung, die sie in ihrem Leben nun begleiten wird und hoffentlich in all denen Situationen präsent ist, wo sie wieder das Gefühl von Minderwertigkeit und mangelnder Zugehörigkeit übermannt.

Eine Erfahrung, die lebenswichtig ist, denn nur daraus können wir unser Selbst erfahren – Selbstbewusst werden, denn wie Martin Buber, ein jüdischer Theologe sagt: der Mensch wird am DU zum Ich. Und wenn das DU Gott ist, der mir sagt, ich stehe zu dir wie ein Vater, der dich niemals verleugnet, dann kann das Ich groß werden….es gibt nichts Wunderbareres!

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