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katholisch

Kirche in WDR 5 | 06.03.2018 | 06:55 Uhr

Über das Sterben sprechen

Das gab einen Aufruhr bei den Eltern: Die Leiterin einer Kita hatte mit den Kindern den benachbarten Friedhof besucht.

Die Eltern befürchteten, es könnte den Kindern schaden und ihnen die Lebensfreude nehmen, sie könnten möglicherweise sogar gemütskrank werden.

Einige Eltern – so stellte sich heraus – hatten es gänzlich vermieden, mit ihren Kindern jemals über den Tod und das Sterben zu sprechen.

Selbst wenn in der Familie jemand verstorben war, wurde darüber geschwiegen. Es kam sogar vor, dass möglichst lange der Eindruck aufrechterhalten wurde, der verstorbene Opa oder die Oma seien verreist.

Über Sterben, Tod und Trauer wird heutzutage ungern gesprochen. Es sind Tabuthemen daraus geworden, die den gesellschaftlichen Zweckoptimismus stören. Manche sehen die Lebensfreude bedroht, wenn man sich zu sehr dem Thema stellt.

Wie auch immer. Der Friedhofsbesuch der Kinder hatte aber in diesem Fall etwas Gutes zur Folge. Es fand nämlich ein Elternabend statt und ich wurde als Pfarrer dazu eingeladen.

Weil ein Pfarrer ja bekanntermaßen immer wieder in Berührung kommt mit Sterben-den, mit Toten und Trauernden.Ich stand Rede und Antwort.

Es ist ja eine Binsenweisheit, dass Sterben zum Leben dazu gehört. Und so konnten wir uns schnell darauf verständigen, dass diese Themen nicht gegenüber den Kindern tabuisiert werden sollten. Wichtiger war jetzt die Frage, wie sie kindgemäß vermittelt werden könnten.

Wir einigten uns auf einen niederschwelligen Einstieg zum Thema. „Alles geht einmal zu Ende“: ein schöner Tag, ein spannendes Abenteuer, ein kurzweiliger Ausflug. Wir erzählten uns gegenseitig von solchen Erlebnissen. Und es wurde immer deutlicher, dass es ohne Abschied und Abschiednehmen nicht geht.

Wir schauten uns mit den Kleinen eine welkende Blume an, und stellten uns vor, wie diese Blume einmal schönere Zeiten hatte. Wir nahmen ein großes Brot, schnitten es in viele Scheiben, die wir dann zusammen aufgegessen haben, bis nichts mehr übrig war. Lauter Erlebnisse, die den Kindern vertraut waren.

Und schliesslich schauten wir zu, wie die Flamme einer kleinen Kerze in den letzten Zügen lag, bis sie erlosch. In diesem Moment rief ein Kind ganz spontan: „Und wir Menschen sterben ja auch.“ Das Eis war gebrochen. Einige Eltern zeigten sich erleichtert. Auch wenn das Sterben, der Tod und die Trauer etwas ernstes und schweres im Leben sind, so konnten uns gerade diese Kinder zeigen, dass man viel unbefangener damit umgehen kann, als wir Erwachsenen meinen.

Es gibt aber gottseidank auch Erwachsene, die diese kindliche Seite nie ganz verloren haben. Zu ihnen gehörte Wolfgang Amadeus Mozart. Er schrieb einmal in einem Brief an seinen Vater: „Ich lege mich nie zu Bett, ohne zu bedenken, dass ich, so jung als ich bin, den anderen Tag nicht mehr sein würde. Und es wird doch kein Mensch von allen, die mich kennen, sagen können, dass ich im Umgang mürrisch oder traurig wäre.“

Ein bisschen Mozart wünscht Ihnen aus Köln Pfarrer Friedhelm Mensebach

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