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Kirche in WDR 2 | 07.11.2014 | 05:55 Uhr

Umgang mit Tod und Sterben

Vergangenes Wochenende war ich auf dem Friedhof, vielleicht waren Sie das auch. Beim Gang über dem Friedhof kam ich vorbei am Feld mit den anonymen Gräbern. Und ich sah viele Kerzen leuchten, die Angehörige dort hinstellen – irgendwo: Sie wissen ja nicht, wo genau ihr Verstorbener liegt. Wer sich anonym beerdigen lässt, möchte zumeist vermeiden, dass sich jemand um Grabpflege usw. kümmern muss. Vielleicht erwartet sie oder er auch nicht, dass noch irgendjemand vorbeikommen wird. Mich würden solche Gedanken ehrlich gesagt sehr aufwühlen und traurig machen vor meinem Tod und ich frage mich, wie jemand damit umgeht, der oder die so eine Entscheidung trifft. Aber die Kerzen, die dieser Tage da brennen – sie zeigen mir etwas anderes: Es ist noch nicht alles vorbei. Selbst nicht am anonymen Grab.

In unserer Gesellschaft ist das Thema Tod inzwischen jedoch an den Rand gedrängt worden. Es ist fast ein Tabu, über das Sterben und den Tod zu sprechen. Auch Trauer wird zur Privatsache erklärt, die jede und jeder am besten mit sich selbst ausmacht. Und die anonymen Gräber sind ein Ausdruck dieser Privatisierung von Trauer und Abschiednehmen. Privatisierung bis zur Unkenntlichkeit! Diese Tabuisierung führt zur Hilflosigkeit – nicht nur die Sterbenden werden oft allein gelassen, auch den Zurückbleibenden fehlt Begleitung und Beistand.

Die vielen Grableuchten und Kerzen, die besonders jetzt im November auf den Friedhöfen brennen, bewirken genau das Gegenteil: Sie machen auf den Tod aufmerksam und holen Sterben, Tod und Trauer wieder mitten hinein ins Leben. Christlich gedeutet, sind die Die brennenden Kerzen sind Zeichen der Hoffnung, des Aufbruchs und des Übergangs - und so leuchten sie nicht nur für das Gedenken an die Verstorbenen, sondern stehen als Symbole für das ganze Leben.

Ich finde es gut und wichtig, dass es für die Erinnerung und das Gedenken solche Symbole und Rituale gibt. Wer in seinem Alltag wieder feste Orte für das Gedenken und die Erinnerung einrichtet, kann es vielleicht schaffen, das Leben in seiner ganzen Vielfalt und Fülle anzunehmen und zu feiern.

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