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Sonntagskirche | 04.10.2015 | 08:55 Uhr

Urlaubsreif

Guten Morgen! Mittlerweile ist der Sommerurlaub schon Geschichte und die Herbstferien stehen vor der Tür. Urlaub - die schönste Zeit des Jahres, sagt man. Wir genießen diese „Auszeit“ aus dem alltäglichen Einerlei, diese heilsame und wohltuende Unterbrechung der gewohnten Routine.

Unserem Golden Retriever ist unser Sommerurlaub aber anscheinend nicht so gut bekommen. Er genießt seinen gewohnten Tagesablauf - eine Runde um den Block, frühstücken, schlafen, Mittagsgang, Nachmittagsrunde, Abendessen, schlafen - möglichst alles zur gleichen Zeit und an immer denselben Orten. Im Urlaub war alles anders. Da hielten wir uns an keine Zeiten. Mal waren wir früher auf als unser Hund. Oder wir ließen den Tag ganz gemächlich angehen. Außerdem waren wir in seinen Augen ständig unterwegs. Permanent gab es für ihn Neues zu erschnüffeln und vor allem mental aufzunehmen.

Nach dem Urlaub wirkte unser Hund regelrecht urlaubsreif. Was vorher problemlos funktionierte, schien danach vergessen und musste teils mühsam wieder eingeübt werden, wie „bei Fuß gehen“ und „nicht in die Leine beißen“.

Aber meine Frau und ich brauchen diese heilsamen Unterbrechungen vom Alltag wo wir mal ganz anders und entspannt in den Tag hineinleben können, auch wenn unser Hund davon nicht so begeistert scheint. Der Erfinder des Lebens hatte diese Idee, als er am 7. Tag von seinen Werken ruhte und den Sabbat erfand. „Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von aller seiner Arbeit aus. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen Tag, der ihm gehört, denn an diesem Tag ruhte Gott, nachdem er sein Schöpfungswerk vollbracht hatte“ (1. Mose 2,2-3 nach der Guten Nachricht).

Sabbat bedeutet übersetzt „Aufhören, enden, ruhen“. Das hat sich ja auch sprachlich eingebürgert: „Jetzt ist Sabbat. Jetzt ist Schluss und Feierabend.“ Das gilt nicht nur für den „kleinen Sonntagsurlaub“ vom Alltag, sondern eben auch für die schönste Zeit des Jahres.

Wenn wir Gott bei der Erfindung der Freizeit „über die Schultern schauen“, machen wir dabei zwei interessante Entdeckungen: Diese Auszeit diente nicht dazu, die Batterien für den nächsten Einsatz wieder aufzuladen, sondern war als Zeit des Rückblicks auf das Erreichte gedacht. Gott schaute sich an, was er geschaffen hatte und genoss es. Beim kleinen oder großen Urlaub vom Alltag können wir also dankbar auf das Erreichte und Geschenkte zurückblicken.

Damit lebt unsere Auszeit zugleich aber auch von unserer Arbeit. Ohne eine vollbrachte Arbeitswoche gibt es keinen wirklich erholsamen Sonntag. Die Arbeit macht den Urlaub erst zum Sabbat. Deshalb sind Alltag und Freizeit auch keine Gegensätze, sondern ergänzen sich gegenseitig und begrenzen zugleich auch einander. Ohne Arbeitsalltag wird der Urlaub langweilig und ohne Auszeiten verkommt nicht nur der Alltag.

Der Schriftsteller William Powers hat sich übrigens zusammen mit seiner Familie genau deshalb bildschirmfreie Wochenenden verordnet: Sie merkten, dass jeder nur noch an seinem Bildschirm saß und sie nichts mehr gemeinsam unternommen haben. William Powers empfiehlt regelmäßigen „Internetsabbat.“

Einen Sonntag zum Durchatmen und Danke sagen wünscht Ihnen Ihr Pastor Siegfried Ochs aus Kierspe.

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