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katholisch

Kirche in WDR 5 | 24.08.2018 | 06:55 Uhr

Vesuv

Guten Morgen!

Es ist das Jahr 79 nach Christus, der 24. August – wie heute. Wir befinden uns in Pompeji. Es ist ein strahlend schöner Tag und die Menschen genießen ihr Leben. Was keiner weiß: Viele von ihnen werden den Abend nicht mehr erleben. Der Vesuv, ein Vulkan oberhalb von Pompeji, wird heute noch furchtbar ausbrechen und das nach 900 Jahren zum ersten Mal wieder.

Das Wissen über die Ereignisse während der Katastrophe verdanken wir vor allem einem Augenzeugen: Plinius dem Jüngeren. Er hat das Geschehen als Jugendlicher 25 km vom Vesuv entfernt, miterlebt. Die Ereignisse protokolliert er in einem Brief an einen Freund:

Sprecher:

„Man hörte das Heulen der Frauen, das Gewimmer der Kinder, die Schreie der Männer... Aus Angst vor dem Tod riefen manche nach dem Tod. Viele hoben die Hände zu den Göttern; groß war die Zahl derer, die glaubten, es gebe

keine Götter mehr und über die Welt sei die letzte, die ewige Nacht hereingebrochen.“

Die Menschen fühlen sich von Gott oder den Göttern im Leid verlassen. Eine Vorstellung, die wahrscheinlich so alt ist wie die Menschheit.

Es gibt Menschen, die zweifeln so sehr an der Existenz Gottes wie damals in Pompeji, dass sie zum Schluss kommen: Es kann keinen Gott geben. Es gibt aber auch Menschen, die gerade trotz des Unglücks ihre Hände zu Gott erheben. Auch sie verzweifeln an der Situation, aber sie stellen deswegen die Existenz Gottes dabei nicht in Frage.

Dahinter steckt die eigentliche Frage: Wie kann Gott das zulassen? Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht.

Mir gefällt die Haltung Romano Guardinis, eines katholischen Theologen, zu dieser Frage In einem Interview macht er deutlich „er werde sich im letzten Gericht nicht nur fragen lassen, sondern auch selber fragen. (…) Warum, Gott, zum Heil die fürchterlichen Umwege, das Leid der Unschuldigen, die Schuld?“

Es bleiben am Ende Fragen. Und es ist wichtig, dass ich sie stelle und mich nicht resigniert zurückziehe. Ich will mich aktiv auseinandersetzen mit dem Leid vergangener Generationen und dem Leid, das ich in meiner Generation erleben muss.

Vieles wird unbeantwortet bleiben. Und dennoch frage ich – frage ich Gott im Gebet – und nicht nur heute, am Vesuv–Tag, sondern immer wieder, wenn Not und Leid die Menschen bedrücken.

Aus Gladbeck grüßt Sie

Meike Wagener-Esser

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