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Hörmal | 08.10.2017 | 07:45 Uhr

Viva la Revolucion

Sein Gesicht musste er schon für vieles hergeben. Ein Schnappschuss aus frühen Jahren wurde zur Ikone: Bärtig, mit Baskenmütze, gedankenverloren starrt er in die Ferne. Überlebensgroß prangt es heute noch in Havanna auf Kuba, noch immer tragen es nicht nur Antifa-Kämpfer als Button am Revers. Vor ein paar Jahren startete die Zeit-Beilage „Christ und Welt“ sogar eine Kampagne mit einer Abwandlung dieser Pose auf Papst Franziskus: „Viva la Revolucion“: Ich spreche von Che Guevara.

Heute vor 50 Jahren wurde er in Bolivien gefangen genommen, es war sein letztes Revolutionsgefecht. Einen Tag drauf wurde Che von einem angetrunkenen Soldaten erschossen. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: „Ziele gut, du erschießt einen Mann“.

50 Jahre nach seinem Tod gibt es immer noch den Kult um Che Guevara. Manche verehren ihn wie einen Heiligen – oder gar mehr. Der Liedermacher Wolf Biermann besang ihn einst als „Jesus mit der Knarre“. Und tatsächlich, das letzte Foto von ihm, das am 9. Oktober 1967 von seinem Leichnam geschossen wurde, zeigt ihn aufgebahrt, bärtig, in lumpigen Kleidern, ausgemergelt – als wäre es die Todesszene aus einem Passionsspiel.

Klar: Che starb ähnlich früh wie der Mann aus Nazareth und er war bereit, für seine Ideale sein Leben zu geben, wie einst Jesus. Aber dann hört es, nach meiner Sicht, schon auf. Che Guevara, und das vergessen viele, die ihn verklären, ging für seine Idee der totalen Revolution über Leichen. Seine Kritiker konnten ihm leicht vorwerfen, dass er in seinen späten Jahren als Schlächter keinen Deut besser war als manch anderer Scherge des 20. Jahrhunderts.

Den Vergleich zu Jesus möchte ich daher nur noch einmal ziehen aus dem Grund, als dass sich im direkten Gegenüber zu Che zeigt, wie konsequent eigentlich dieser Jesus war.

Seine Vision vor 2000 Jahren war sicherlich radikal. Er machte sich mit seinen Reden keine Freunde - im religiösen wie politischen Establishment. Aber: Jesus blieb bis zum wahrlich bitteren Ende Pazifist. Sogar im Sterben hat er nicht diejenigen verflucht, die ihn da hingebracht hatten, sondern: Jesus blieb seiner Revolution der der Barmherzigkeit treu. Und in seinem Sinne sage ich gern:„Viva la Revolucion“.

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