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Kirche in WDR 2 | 26.02.2018 | 05:55 Uhr

Wagenlenker ohne Zügel

Autorin: Als ich ihr Atelier betrete, bin ich gefühlt mittendrin. Mitten im Getümmel einer rauschenden Party mit lauter interessanten Gästen. Ich schaue mich um und kann mich nicht sattsehen. Es ist alles voll, voll mit Farben, Formen und Gerüchen. Ich kann keine Ordnung erkennen und trotzdem fühle ich mich zwischen all den Dingen aufgehoben.

O-Ton: Ich kann sie nur benutzen, wenn sie auch da sind; wenn ich sie in Schubladen tue, und sie sind weg, dann habe ich sie nicht verfügbar. Und es ist für Viele natürlich nicht zu erkennen, welche Gegenstände da rumliegen, die vielleicht ein Kunstwerk werden können und welches sind die Materialien, wie Ton, geformt werden, und, ja, es ist eben wie so ein Schmelztiegel von Dingen, wie sie zueinander kommen.

Autorin: Da ist auch die Künstlerin Bettina Meyer selbst. Wach und präsent und irgendwie unverstellt offen sieht sie mich an. „Wie findest du heraus, was du als nächstes tun willst“, frage ich sie.

O-Ton: Der Geist muss erst mal in Bewegung kommen. Und dann musst erst mal Schritte machen und während du die Schritte machst, kommt etwas dazu. Und wie finde ich das? Es passiert, würde ich sagen. Es passiert mir eher. Manchmal setze ich mich da rein. Manchmal ist die Suchbewegung auch länger. Und manchmal ist sie auch sehr klar.

Autorin: Wir unterhalten uns darüber, wie und wann Kunst entsteht.

O-Ton: Eigentlich weiß man es ganz sicher immer erst nachher, weil die Wege sind unendlich. Und manchmal, wenn man glaubt, man hat etwas geschaffen, dann heißt das noch lange nicht, dass das dann nachher so der Fall ist.

Autorin: Du bist ein Wagenlenker ohne Zügel, sagt sie. Du bist Teil von einer Kraft, die in eine Richtung geht, die du nicht alleine bestimmen kannst. Und es gehe auch darum, ein ständiges Scheitern auszuhalten

O-Ton: selbst wenn ich jetzt ein Porträt von dir mache, werde ich scheitern, weil dich vollständig abzubilden, ist wahrscheinlich schwierig. Das Scheitern auszuhalten und zwischendurch gibt es natürlich auch Ebenen, wo du was findest und was dann eigentlich erst wieder aufgeht, wenn andere das Ganze betrachten und sagen: Ich habe da eine Kraft wieder empfunden.

Autorin: Ein bisschen wie in meiner Beziehung zu Gott: Ich suche ihn ständig und ich finde ihn nie ganz. Und trotzdem gibt es Bilder von ihm, die mich mit Gott verbinden.

O-Ton: Es gibt eine bildliche Form, die das kann. Bloß du kannst es nicht ansprechen. Also, du darfst nicht Kunst wollen.

Autorin: Genauso wenig wie die schönen Momente mit Gott.

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