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Kirche in WDR 3 | 10.01.2018 | 07:50 Uhr

Warum fallen wir…

Kleines Bekenntnis zur Morgenstunde: Ich mag Action-Filme. Einer meiner Favoriten: Batman. Und für mich eine der schönsten Szenen: Der kleine Bruce Wayne, der später einmal der mächtige Superheld mit Namen „Batman“ sein wird, der fällt hin. Tut sich weh. Und sein Papa hilft ihm auf. Und zwar mit der Frage: „Bruce, warum fallen wir?“ Der Junge ist etwas überrascht – und schweigt. Also gibt der Papa die Antwort: „Damit wir lernen, wieder aufzustehen…“

Das ist zunächst einmal wunderbar amerikanisch: Sich nicht klein kriegen zu lassen. Aber das ist zugleich auch ein wunderbar christlicher Gedanke. Dass wir immer wieder aufstehen dürfen.

Das wurde mir bewusst, als ich vor einigen Wochen von einem Freund einen Videoschnipsel aus dem Internet gezeigt bekam: Zu sehen war da Papst Franziskus, der gerade die Fazenda de Esparanza in Brasilien besucht hatte – ein christliches Entzugsprojekt. Und dort hatte der Papst von einem ehemaligen Drogenabhängigen eine selbstgemachte Figur geschenkt bekommen. Ganz schlicht – also kein wirkliches Kunstwerk. Ein flaches, bemaltes Blechstück mit der Figur eines Menschen. Und diese Figur hielt eine Bibel in den Händen. Der Clou war: Nahm man die Bibel weg, fiel die Figure um.

Für mich nicht nur ein starkes Bild für den Glauben. Eines, das ich sofort unterschreiben würde. Die Bibel stützt mich. Ohne die, würde ich schnell hinfallen. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass es Menschen gibt, die sagen: Das ist Quatsch. Weil die ihr Leben lang geglaubt haben, ihr Leben lang die Bibel in der Hand hatten und trotzdem gefallen sind. Ehe kaputt zum Beispiel. Oder eine schwere Krankheit. Einen lieben Menschen verloren.

Also – vor diesem Hintergrund ist das in der Tat Quatsch. Natürlich fallen wir auch dann, wenn wir glauben. Wenn wir uns an die Bibel halten. Es ist leider nicht so, dass „Christ sein“ automatisch bedeutet, dass das Leben einfacher und angenehmer ist. Aber die Geschichte mit dem Männchen von der Fazenda de Esparanze, die Geschichte von Batmans Papa – die sagt mir doch: Dass ich mit Gottes Wort immer wieder Aufstehen kann. Dass er mich also nicht vor dem Fallen bewahrt. Aber dass Er mir immer wieder aufhilft.

Und für mich heißt das auch: In der Bibel, in meinem Glauben – da liegt keine Zumutung. Da ist mir nicht gesagt, dass ich niemals fallen darf. Sondern da höre ich einen Zuspruch. Da höre ich: Wenn Du fällst, dann ist da immer eine Hand, die dir wieder aufhilft.

Liebe Hörerinnen und Hörer, dass Sie heute Stehenbleiben und nicht fallen, das wünsche ich Ihnen. Aber wenn Sie fallen sollten, dann wünsche ich Ihnen die Gewissheit, dass da immer eine Hand ist, die Ihnen aufhilft. Immer.

Ihr Diakon Claudius Rosenthal aus Altenwenden?

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