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Kirche in WDR 2 | 26.03.2018 | 05:55 Uhr

Wenn das Kind stirbt - Ein Vater erzählt

Autorin: Es sei das Schlimmste, was einem passieren kann, heißt es, wenn das eigene Kind stirbt. Bernward Kirchner hat das erlebt. Seine Tochter ist im Alter von vier Jahren und drei Monaten verstorben. Das war vor 11 Jahren. Bernward Kirchner ist Deutsch-und Religionslehrer an einem Wuppertaler Gymnasium. Wenn er in der 9a unterrichtet, muss er oft an seine Tochter denken. Würde Linda Sophie noch leben, wäre auch sie jetzt in der 9. Klasse.

O-Ton: Bei mir ist – das hört sich vielleicht auch erst mal überraschend an - Dankbarkeit da, dass wir die Zeit hatten mit unserer Tochter.

Autorin: Dankbarkeit statt Wut und Verzweiflung – das überrascht in der Tat. Bernward Kirchner sagt: Sie seien keine besseren Menschen, warum solle es ihnen besser ergehen als anderen.

O-Ton: Wenn ich mich umschaue, dann sehe ich Menschen in schwierigen Situationen und ich habe nie die Frage „warum“ an mich herangelassen, sondern ich hab das immer umgedreht: Warum gerade wir nicht?

Autorin: Bernward Kirchner kann sich noch gut daran erinnern, wie es war, als er und seine Frau von der Krankheit ihrer Tochter erfahren haben, dem Tay-Sachs Syndrom einer sehr, sehr seltenen Stoffwechselerkrankung.

O-Ton: Am Anfang haben wir uns abgewechselt mit dem Weinen bis dann das Eis ein bisschen dicker wurde unter unseren Füssen und wir uns dann vorgenommen haben in der Zeit, die uns bleibt, für unsere Tochter da zu sein und gute Dinge mit ihr zu erleben.

Autorin: Was ihm geholfen hat in dieser schweren Zeit, als seine Tochter krank war und darüber hinaus:

O-Ton: Zum einen mein Glaube, mein Glaube, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, der mir in meinem Elternhaus vermittelt worden ist, der sich dort bewährt hat – das sage ich aus vollster Überzeugung - und zum anderen die Solidarität, die Unterstützung von Menschen in einer ähnlichen Situation.

Autorin: Schon frühzeitig hatte seine Frau Kontakt aufgenommen mit dem Kinderhospiz in Olpe. Dort haben sie andere Familien mit schwerkranken Kindern kennengelernt:

O-Ton: Dieser Austausch mit diesen Familien hat uns sehr geholfen, hat uns sehr gestützt – bis in die Gegenwart.

Autorin: Auch heute noch – elf Jahre nach dem Tod seiner Tochter trifft sich Bernward Kirchner regelmäßig für ein Wochenende mit anderen verwaisten Vätern. Mal gehen sie auf die Kartbahn, mal heben sie ab mit einem Heißluftballon.

O-Ton: Die Gespräche über unsere Kinder finden gewissermaßen nebenbei statt. Männer brauchen immer Aktivitäten, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Autorin: Und noch etwas hat der verwaiste Vater gemacht, um nicht zu verzweifeln am Tod seiner Tochter. Er hat zusammenmit seiner Frau ein Pflegekind aufgenommen. Einen Jungen, der nun schon seit sieben Jahren bei ihnen lebt.

O-Ton: Es ist ein großes Geschenk unserem Sohn ein Zuhause zu geben, ihn zu stärken, ihn zu unterstützen, das er wirklich auch Wurzeln schlagen kann in diesem Leben und das er seinen Weg gehen kann.

Autorin: Und doch ist die Tochter immer bei ihnen. Zu jeder Mahlzeit zünden sie eine Kerze für sie an. Auch solche Rituale helfen, mit dem Schmerz umzugehen. Jeden Tag wieder aufs Neue.

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