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Kirche in WDR 5 | 25.08.2018 | 06:55 Uhr

West-Side-Story

Seine Musik hat ihn unsterblich gemacht – Leonard Bernstein, heute wäre er 100 Jahre alt geworden. Guten Morgen!

Zu Bernsteins bekanntesten Kompositionen gehört die Musik des Musicals West Side Story, einer Neuinterpretation des alten Romeo- und Julia-Motivs.

Die Jugendbanden Sharks und Jets sind verfeindet und kämpfen um die Vorherrschaft im West-Side-Bezirk. Ihre kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede sind sehr stark und deswegen bekriegen sie sich. Bernstein hat es verstanden, diese gegensätzlichen Gruppen durch zwei unterschiedliche Musikstile zu charakterisieren. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als sich Tony und Maria aus den jeweils verschiedenen Gruppen ineinander verlieben. Diese Liebe darf nicht sein! Und zwar nur deswegen, weil die beiden aus den verfeindeten Clans kommen. So bleibt beiden nur der hoffende Traum, somewhere, irgendwo in ferner Zukunft einen Platz miteinander teilen zu können. Zum Ende des Musicals wird Tony erschossen, die Sharks und Jets begreifen die Ungeheuerlichkeit des Geschehens und die Sinnlosigkeit dieses Todes. Sie schließen Frieden – zu spät.

Millionen von Menschen haben Bernsteins West-Side-Story seit ihrer Uraufführung 1957 gesehen. Die Musik des Musicals ist weltbekannt geworden. Leider ist eines der Hauptmotiv des Musicals immer noch aktuell: die Unversöhnlichkeit zwischen verschiedenen Gruppen. In den Nachrichten höre ich fast täglich davon im Nahen Osten, in Afghanistan oder im Sudan; Selbst bei uns in Deutschland gibt es brutale Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden oder bei Demonstrationen. Sie alle stehen für die Sharks und die Jets. Aufgebrochen werden kann ein solches Gruppendenken nur durch den Blick auf den einzelnen Menschen. Denn jedem Menschen kommt eine unverlierbare Würde zu. Wenn der oder die einzelne für sich im Fokus steht, dann spielt die Zugehörigkeit zu einer Gruppe eine nachgeordnete Rolle. Er oder sie ist in seiner Person wertvoll und in seinem Wesen einzigartig. Und nach christlich-jüdischer Vorstellung ist das damit begründet, dass jeder Mensch ein Abbild Gottes ist.

Im anderen ein solches Abbild zu sehen, dieser Blick fällt schwer. Es ist immer einfacher, Menschen in Gruppen einzuteilen: die Flüchtlinge, die Ausländer, die Harz-IV-Empfänger. Aber ich kann doch bewusst darauf achten, wie ich über diese Gruppen spreche, wenn ich schon nicht den einzelnen vor Augen habe: Verallgemeinere ich oder differenziere ich. Und ich frage mich: Wie möchte ich eigentlich von anderen wahrgenommen werden: allgemein oder individuell?

So gesehen könnte ein friedliches Miteinander von Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen nicht mehr „somewhere“ also irgendwo in der Zukunft einen Platz haben, sondern sich schon heute ereignen. Denn das ist spätestens am Ende der West-Side-Story klar: Feindschaft zwischen Gruppen führt letztlich nicht zum Leben, sondern zum Tod.

Aus Gladbeck grüßt sie

Meike Wagener-Esser

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