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Kirche in WDR 5 | 16.01.2018 | 06:55 Uhr

WhatsApp

Dienstagmorgen. Auf meinem Handy erscheint die WhatsApp Nachricht eines Konfirmanden: "Ist heute Nachmittag Konfi-Unterricht oder erst nächste Woche?" Ich beantworte die Frage und erhalte einen Smiley zurück. Fast im gleichen Moment kommt von einer Konfirmandin die Nachricht: "Dann bis heute Nachmittag!" Wie praktisch diese WhatsApp-Gruppen doch sind, denke ich - zumindest manchmal....

Denn leider habe ich das schon anders erlebt. Als Mutter eines 9-jährigen Sohnes bin ich Mitglied verschiedener WhatsApp-Gruppen. Da kriege ich schnell die wichtigsten Infos: über alles, was die Schulklasse oder das Fußballtraining betrifft. Leider muss ich oftmals die wirklich wichtigen Informationen erst aus einer Menge Nachrichten herausfiltern. Das ist mühsam. In der Grundschulklassen-Gruppe werden gern Fragen gestellt und breit diskutiert, auf die man viel schneller eine zuverlässige Antwort bekäme, würde man das eigene Kind selbst fragen.

Ich persönlich finde vieles überflüssig von dem, was da geschrieben wird, aber das tut niemandem weh.

Anders sieht es aus, wenn ich höre, wie in einer WhatsApp-Gruppe über eine unserer Mitarbeiterinnen hergezogen wird. Oder wild über eventuelle Veränderungen in einer unserer KiTas spekuliert wird. Veränderungen, von denen weder die Leitung des Kindergartens noch der Träger etwas wissen. Die Betroffenen, die oft nicht selbst Teil dieser Gruppe sind, erfahren meist über Dritte, was da über sie geschrieben wird. Aber eingreifen können sie nicht. WhatsApp-Gruppen sind eine Welt für sich. Da bleibt keine Möglichkeit in der realen Welt bestimmte Sachverhalte richtig zu stellen.

"Behandle andere Menschen so, wie Du selbst behandelt werden möchtest." Dieser ethische Grundsatz ist auch im alltäglichen Leben sehr hilfreich. Er ist an Jesu Gebot der Nächstenliebe angelehnt: "Du sollt Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst." Eine solche Haltung ist im alltäglichen Umgang mit anderen hilfreich und dient einem friedlichen Zusammenleben. Nun treffen wir uns aber zunehmend nicht mehr nur im realen Leben, sondern immer mehr in den Sozialen Medien und Gruppen. Es wäre gut, sich bewusst zu machen: „Behandle andere Menschen so, wie Du selbst behandelt werden möchtest.“ Dieser Grundsatz hat auch im Umgang mit den Medien seine Berechtigung. Nach dem Motto: "Was du nicht über dich lesen möchtest, das schreib auch nicht über andere." Wer das beherzigt, der wird immer einen freundlichen und angemessenen Ton beim Schreiben seiner Nachrichten haben.

In unserer WhatsApp-Konfi-Gruppe haben wir klare Regeln für unsere schriftlichen Äußerungen festgelegt. Daran halten sich die Jugendlichen.

Ich freue mich schon auf Sonntagmorgen, wenn ich um 9.15 Uhr die erste Anfrage in der Gruppe lese: "Wer geht gleich zur Kirche?". Und wenn dann nacheinander die Antworten aufblinken: "Ich!", "Ich!" "Ich!". Und eine dreiviertel Stunde später begegne ich meinen Konfis dann von Angesicht zu Angesicht und im realen Leben feiern wir dann gemeinsam Gottesdienst.

Gott befohlen! Ihre Johanna Krumbach, Pfarrerin in Augustdorf.

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