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Kirche in WDR 2 | 19.06.2017 | 05:55 Uhr

Wo bist du?

„Seid Ihr alle da?“

Sie können mir ja jetzt nicht antworten, aber im Kasperletheater würde die Vorstellung nicht eher beginnen, als bis Sie alle „jaaa“ geschrien hätten. Und zwar so laut und überzeugend, dass sich zumindest das Krokodil schon mal zeigt.

Natürlich ist es eine rhetorische Frage. Der Puppenspieler weiß ja, dass alle da sind, vorher fängt er gar nicht an und wenn er sich ganz unsicher ist, dann schaut er halt kurz hinter der Bühne hervor, um sich zu vergewissern, wie voll es ist.

Er will nicht wirklich wissen, ob alle da sind, er will wissen, ob alle aufmerksam sind und sich angesprochen fühlen. Er will Kontakt herstellen, um ein Gefühl für die Stimmung im Publikum zu bekommen.

Obwohl so eine Aufführung eine eher einseitige Angelegenheit ist – es gibt ja ein vorgegebenes Programm – ist der Kontakt zum Publikum trotzdem entscheidend. Der Kasperl auf der Bühne kann nämlich erzählen, was er will, wenn keiner zuhört und mit fiebert, ist die Theateraufführung witzlos.

„Was erzählt die da!“, fragen sie sich jetzt vielleicht. Das ist doch Kinderkram.

Stimmt, aber manchmal ist das mit Gott auch einfach kinderleicht.

So wie in der Geschichte vom Paradies.

Als Adam im Garten Eden die Früchte von dem Baum isst, von dem es ausdrücklich verboten war zu essen, fürchtet er sich vor Gott und versteckt sich.

Das ist verständlich, aber wenn wir uns Gott wirklich als den Ewigen und Allwissenden vorstellen, dann ist es schon etwas einfältig von Adam, zu glauben, dass Gott ihn nicht finden könnte.

Umso erstaunlicher ist es, dass Gott seine Stärke gar nicht ausspielt. Er sagt nicht: „Adam, ich sehe dich, komm da raus!“

Sondern er sucht ihn mit der Frage:

„Adam, wo bist du?“

Wie ein guter Vater, wenn er mit einem dreijährigen Kind Verstecken spielt. Obwohl er die Füße schon längst unter dem Vorhang entdeckt hat, fragt er trotzdem, „ja, wo ist er denn?“

Die Frage „Adam, wo bist du?“ ist also eine ähnliche Frage wie die vom Puppenspieler. Denn natürlich will Gott nicht wissen, wo Adam ist. Ob hinter einem Busch oder in einer Höhle. Er will wissen, ob Adam aufmerksam ist.

Gott will Kontakt zu Adam, weil er anscheinend weiß: Menschen hören nur dann zu, machen nur dann mit, wenn sie sich angesprochen

Gott nimmt Kontakt auf. Wahrscheinlich weil er nicht einfach nur seine Regeln durchsetzen will wie die von den Früchten, die Adam und Eva nicht essen dürfen, sondern weil er eine Beziehung mit Adam möchte.

Eine schöne Geste, finde ich.

Was, wenn für jeden Menschen gilt, dass Gott Kontakt mit ihm will, eine Beziehung?

Probieren Sie es einfach mal aus : Setzen Sie Ihren Namen ein bei der Frage Gottes : Wo bist du? und schauen Sie, was mit Ihnen passiert!

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