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katholisch

Hörmal | 30.03.2018 | 07:45 Uhr

Wo ist Golgota?

Wo ist Golgota? Die Christen müssten es ja eigentlich wissen, wo denn genau Golgota ist, dieser Ort der Kreuzigung Jesu, den die Bibel mehrfach nennt und als Schädelstätte bezeichnet. In Jerusalem wird dieser Ort gezeigt und zwar in der Grabeskirche. Aber bis heute ist es unklar, wo denn ganz genau Golgota ist. Immerhin war es erst Kaiser Konstantin, der um das Jahr 326 die Grabeskirche errichten ließ und zwar an dem Ort, der bis dahin als Hinrichtungsstätte Jesu verehrt wurde. Aber absolute Sicherheit, ob es wirklich die historische Hinrichtungsstätte Jesu ist, die gibt es nicht wirklich.

In Jerusalem war ich zum ersten Mal vor 40 Jahren. Ich war als Jugendlicher dort mit meiner Familie in einer Pilgergruppe. Wir waren natürlich auch in der Grabeskirche und damit an dem Ort, der Golgota genannt wird, quasi als dem Höhepunkt der Reise. Wir gingen durch die enge Altstadt von Jerusalem, die Via Dolorosa entlang, also den Kreuzweg Jesu vor seiner Hinrichtung, und kamen schließlich in die Grabeskirche. Hier – so der Reiseführer – sollte also der Ort sein, wo Jesus gestorben ist, brutal hingerichtet, denn die Kreuzigung zählte zu den quälendsten Hinrichtungsarten der Römer. Dann wurde aus der Passionsgeschichte vorgelesen. Es war ein sehr bewegender Moment und wir alle in der Reisegruppe verließen den Ort still, etwas beklommen und nachdenklich.

Ich weiß es noch wie heute. Damals habe ich mich gefragt, ob denn das Leiden dieses Jesus, sein brutaler Tod denn wirklich so außerordentlich war, dass die Christen ihn bis heute verehren. Zu viele Menschen – so mein Argument – zu viele Menschen haben doch Schlimmes erlebt und erlitten.

Es ist natürlich schwierig Leiden miteinander zu vergleichen – aber die Frage hat mich nicht mehr losgelassen: Wenn Golgota der Ort ist, wo Jesus gelitten hat und gestorben ist für die Menschen, um sie zu erlösen, wie es die Christen glauben, dann war sein historisches Leiden nicht sehr viel gegenüber dem Leiden was andere Menschen in ihrem Leben aushalten müssen. Unzählige Menschen sind durch die Jahrhunderte hindurch gequält und gefoltert, ermordet und brutal hingerichtet worden – bis heute. Da war Jesus nur einer unter vielen anderen. Was macht ihn dann so besonders? Und was macht Golgota dann so besonders? Der Ort, der die Hinrichtungsstätte für viele Verurteilte gewesen ist?

Nun ja, für Christen ist Jesus eben nicht irgendein Mensch, sondern der Sohn Gottes. Und dadurch bekommt die Geschichte noch mal einen besonderen Drive: Da ist ein Gott, der wie ein Mensch leidet und stirbt und sich freiwillig umbringen lässt für die Menschen.

Daher würde ich das Ganze noch etwas anders sehen: Wenn dieser Jesus der Sohn Gottes ist, und zwar des Gottes, der ein Gott bei den Menschen sein will, dann leidet er immer noch, dann leidet er in jedem Menschen mit. Und dann, dann ist auch klar wo Golgota ist. Golgota ist dann überall dort, wo Menschen leiden, auch noch hier und heute.

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