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Kirche in WDR 2 | 29.04.2017 | 05:55 Uhr

Zu lange leben

Autor: Solange es Menschen gibt, träumen sie davon, das eigene Leben zu verlängern. Heute ist vieles möglich, doch kaum jemand will später einmal nur noch von Apparaten abhängig sein, ohne wirklich am Leben teilnehmen zu können.

Im Kino läuft zur Zeit der Film „Stille Reserven“.

O-Ton: Die meisten Menschen verdrängen den Gedanken an den Tod, dabei bedeutet Tod doch Frieden.

Autor: Ein beruhigender Gedanke, doch Science-Fiction-Freunde ahnen, dass es so harmlos nicht bleibt.

O-Ton: Sie wissen, was mit Ihnen geschieht, Herr Karner, wenn Sie verschuldet sterben?

Autor: Verschuldet sterben, heißt hier nicht etwa, Schuld am eigenen Tod zu haben. Nein, es geht darum, dass jemand nach dem Tod ganz einfach noch Schulden hat. In der düsteren Zukunft des Films gibt es da nur eine Lösung:

O-Ton: Sie werden künstlich am Leben erhalten und müssen Ihre Schulden abbezahlen.

Autor: Der Film gibt der Angst vor der Apparatemedizin auf seine Weise ganz neue Argumente.

O-Ton: Wie jeder Mensch verfügen Sie über ein Restpotential, dass nach ihrem natürlichen Leben aktiviert werden kann. Selbst wenn Ihre Organfunktionen oder Ihre Motorik unbrauchbar sein sollten, wird man Verwendung für Sie haben, in Daten-Centern beispielsweise, denn das menschliche Gehirn ist ein hervorragendes Speichermedium.

Autor: Die Hauptfigur im Film hält natürlich eine praktische Lösung bereit.

O-Ton: Ihr Profil zeigt mir, dass Sie ein bewusst handelnder, ein vernünftig denkender Mensch sind. Als solcher wissen Sie, dass Sie das Risiko, verschuldet zu sterben, nie gänzlich ausschalten können. Absolute Sicherheit, was Ihren Tod betrifft, bringt Ihnen einzig und allein der Abschluss einer Todesversicherung.

Autor: Da lobe ich mir die gute alte Lebensversicherung. Der erfahrene Kinogänger ahnt, dass der smarte Versicherungsvertreter bald die Seiten wechselt und mit allerlei Abenteuern und amourösen Verwicklungen für das Gute kämpft. Und das ist in diesem Fall, in Frieden sterben zu können.

Im Mittelalter wehrten sich die Kirchen gegen Forschung an Leichnamen. Und In jüngster Zeit warnten einzelne Kirchenleute vor den Gefahren der Organspende. Doch mit der Zeit hatte man erkannt, dass solche Eingriffe in Gottes Schöpfung dennoch dem Leben der Menschen dienen können.

Es ist der absolute Alptraum des Menschen, nur noch auf den materiellen Wert reduziert zu werden. Doch am Ende lässt der Film „Stille Reserven“ noch Raum für Hoffnung:

O-Ton: Aus ihrem Profil geht hervor, dass Sie keine Verpflichtungen haben, niemandem gegenüber verantwortlich sind. – Das hängt davon ab, wie man Verantwortung definiert.

Autor: Meine Definition von Verantwortung ist dies: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Heute kann ein Mensch mit einer Patientenverfügung seinen Willen niederlegen, wie er behandelt werden möchte, wenn keine Hoffnung auf Heilung mehr besteht, und er nicht mehr selbst entscheiden kann. Die meisten verfügen für diesen Fall das Abschalten der Apparate. Und es liegt in der Verantwortung der Gesellschaft, dies in Würde zu respektieren.

Film. „Stille Reserven“: Kinostart: 20.04.2017. (Rechte über filmpresskit.de )

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