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Kirche in WDR 2 | 02.03.2018 | 05:55 Uhr

Zuhören

Freitagmorgen an einer ganz normalen U-Bahn-Station einer Millionenstadt in Deutschland – Menschenmassen schieben sich von Bahnsteig zu Bahnsteig - Die Geschäftigkeit und die üblichen Geschäfte. Bäckerei, Zeitschriftenladen, ein Zuhörkiosk ...

Bitte was? - Doch, tatsächlich: An der Hamburger U-Bahnstation Emilienstraße hat sich Christoph Busch einen Kiosk gemietet, der einzig und allein dem Zweck dient, dass er wildfremden Menschen zuhört. „Zuerst hatte ich Angst, dass niemand kommt.“ sagt Busch. Doch diese Sorge erwies sich als unbegründet. Sein Zuhörkiosk heißt ´Das Ohr´ - Untertitel: Ich höre ihnen zu. Jetzt, gleich oder ein anderes Mal. Christoph Busch ist kein Psychologe oder Seelsorger. Er hat Jura studiert, war Journalist und ist mittlerweile Rentner. Ich bin da so reingestolpert.

Und der Laden läuft. Anfang des Jahres hat er eröffnet und muss sich die Redezeit bereits jetzt gut einteilen, damit niemand benachteiligt wird.

Menschen haben Redebedarf. Und es gibt Menschen, die haben niemanden zum Reden. Es sind meist traurige Geschichten, die Christoph Busch zu hören bekommt. Er hört zu, fragt nach, redet ungefragt dazwischen.

Sein Ziel? Zuhören. Vor allem denen, die sonst niemanden zum Zuhören haben. Was für eine großartige Idee. Ein Zuhörkiosk. Ich bin echt begeistert. Zuhören als Geschäftsidee. Ohne materiellen Gewinn, aber doch so unendlich wertvoll. Für alle Beteiligten. Ohne Hintergedanken. Ehrliches Interesse.

Ich will Christoph Busch nicht glorifizieren, aber seine Idee hat mich beschämt. Ich unterschätze die Kraft des Zuhörens häufig. Und ich höre oft gar nicht richtig zu. Beschäftige mich nebenbei mit meinem Handy oder meinen Gedanken. Und wenn ich dann doch zuhöre, warte ich nur darauf, dass mein Gegenüber eine Pause macht, damit ich reingrätschen kann und ihm meine Sicht der Dinge mitteilen kann.

Zuhören öffnet Seelen. Wertschätzendes Zuhören verfolgt die Absicht, jemanden zu verstehen, jemanden zu entlasten, zu stärken oder einfach nur deutlich zu machen: Bei mir ist deine Geschichte gut aufgehoben. Du brauchst keine Angst haben, dass ich deine Worte zerlege, seziere oder gegen dich verwende.

Zuhören braucht Mut. Andere stehen zu lassen, selbst einen Schritt zurückzutreten und damit klarzukommen, dass jemand anderes im Mittelpunkt steht.

Zuhören ist ein Geschenk an unsere Mitmenschen. Und es ist flexibel und jederzeit einsetzbar. In einem Zuhörkiosk in Hamburg, auf einer langen Autofahrt oder beim gemeinsamen Essen mit vermeintlich vertrauten Menschen.

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/hamburg-mann-eroeffnet-zuhoer-kiosk-in-u-bahnstation-a-1192199.html

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