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Kirche in WDR 2 | 10.11. 2018 | 05:55 Uhr

Belfast und Brexit

Autor: Friedensverträge sind etwas Wunderbares. In diesem Jahr vor genau 20 Jahren ist ein Krieg zu Ende gegangen mitten in Europa: der Nordirland-Konflikt – ein Bürgerkrieg mit mehr als 3.500 Toten in fast 30 Jahren. Auch ein Krieg der Konfessionen. Denn es ging um die Protestanten und die Katholiken, auf der einen Seite, um die Nähe zu England, auf der anderen Seite um die Nähe zur katholischen Republik Irland.

O-Ton: When I was a teenager, it was very normal to see british army on the roads, we passed through checkpoints, when we went to the Republic of Ireland.

Overvoice: Als ich ein Teenager war, war es total normal, britische Armee überall auf den Straßen zu sehen. Wir mussten durch Checkpoints, wenn wir in die Republik Irland wollten.

Autor: Das erzählt Nicola Brady. Sie ist 37 Jahre alt und Generalsekretärin des „Irish council of churches“, sie managt sozusagen die Dachorganisation der protestantischen und anglikanischen Kirchen in Nordirland. Das ist bemerkenswert, denn sie selbst ist Katholikin. Das wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen. Mit dem Brexit, dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU, wird die Situation aber wieder brenzlig. Die alte, blutige Frage stellt sich wieder neu: Gehört Nordirland zu Irland oder zu Great Britain?

O-Ton: I mean the violence has not completely ended. We still have active paramiltarian groups. And what we know is, that this problem is exhausteadet by subeconomic disantvantage. Then they can be attracted by paramilitarian groups.

And the young people say: Well, for what? These guys can give me money today, these guys can give me a status, a title!

Overvoice: Ich erlebe, dass die Gewalt nie ganz aufgehört hat. Es gibt immer noch paramilitärische Gruppen. Und wir wissen, dass soziale Probleme der Nährboden für sie sind. So sind vor allem junge Menschen ansprechbar. Und die sagen: Warum in die Schule gehen? Für was? Hier sind die Leute, die mir heute Geld geben, einen Status und einen Titel!

Autor: Mit dem drohenden Brexit droht auch der Nordirland-Konflikt wieder aufzuflammen. Eigentlich unvorstellbar, hier in Europa. Es zeigt aber auch, wie brüchig Frieden ist und bleibt. Doch eines hat sich verändert und das gibt Hoffnung: Die Kirchen in Nordirland haben begriffen, dass es ihre Aufgabe ist, die Gesellschaft nicht zu spalten, sondern die Menschen zusammenzubringen. Und den Kirchen kommt jetzt eine ganz besondere Rolle zu, sagt Nicola Brady:

O-Ton: But we have experience in faciliting difficult conversations. We have experience of bringing churches through the trauma of conflicts we have experience in bringing those people together. So we need to remember that experience, and in the fact that this year has been the 20th anniversary year of the „good-friday-agreement“, has possible come a good time, to remain us), and now let´s think how we can aply this to the challanges of brexit…

Overvoice: Wir haben die Erfahrung, schwierige Gespräche zu managen, Menschen zusammenzubringen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben. Wir müssen uns jetzt an diese Erfahrungen erinnern: an den Friedensschluss vor 20 Jahren– und dieses Wissen auf die großen Herausforderungen des Brexit anwenden.

Autor: Und das versuchen die Kirchen ganz konkret. Denn Frieden gelingt nicht, gelingt nie als abstrakte Idee, sondern nur durch sehr konkrete Schritte.

O-Ton: And that´ s where we think churches have a very valaible role because of the level of high politics. And it´s the little think that churches do, sometimes like mother and baby-groups that bring people together from across the comunity …

Overvoice: Und das ist der Grund, warum wir denken, Kirchen haben eine sehr gute und wichtige Rolle - gerade auch auf der politischen Ebene. Es sind die kleinen Dinge, die die Kirchen machen, wie zum Beispiel Mutter-Kind-Gruppen, die die Menschen quer aus den unterschiedlichen Stadtteilen zusammenbringen.

Autor: Frieden fällt nicht vom Himmel, nirgendwo auf der Welt. Wir müssen uns immer wieder und immer wieder neu dafür aktiv einsetzen, in Nordirland, in Europa, jede und jeder vor seiner eigenen Haustür – auch ich in meiner Stadt, wir bei uns in Deutschland.

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