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Kirche in WDR 4 | 14.11. 2018 | 08:55 Uhr

„Es gibt keine Gerechtigkeit“

„Es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt“. Diesen Satz hat meine Klassenlehrerin zu mir und meinen Mitschülern gesagt. Das war ein Schock damals... Wir waren da gerade in der 5. Klasse und haben sie nur ungläubig mit offenem Mund angeschaut. Der Satz, „Es gibt keine Gerechtigkeit“, der sollte für uns Schüler wohl so etwas wie eine Warnung sein. Das Leben ist nicht fair, ihr müsst kämpfen. Der Satz war für uns Schüler harter Tobak. Denn, so scheint mir: Gerade junge Menschen haben einen viel ausgeprägteren Sinn für Gerechtigkeit als manch abgebrühter Erwachsener. Oft wissen die Jüngeren intuitiv was gerecht ist. Erwachsene müssen öfter noch mal ganz grundsätzlich überlegen: Was ist überhaupt gerecht und was ist Gerechtigkeit. Auch ich find das ganz schön schwierig und habe mal in Düsseldorf Menschen auf der Straße gefragt:

Vox-Pop [0:22]

-„Gerechtigkeit heißt für mich, wenn alle Menschen auf der Welt, unabhängig von ihrer Herkunft, die gleichen Chancen haben“.

- „Gerechtigkeit ist für mich, wenn jeder machen darf, was er möchte“.

- „Für mich persönlich ist Gerechtigkeit vor allem Gleichbehandlung ohne irgendeine Form der Diskriminierung“.

- „Wenn jeder für die gleiche Leistung die gleiche Anerkennung bekommt, das ist für mich Gerechtigkeit“.

Unter Gerechtigkeit stellt sich jeder etwas anderes vor. Für mich beginnt Gerechtigkeit bei mir selbst und der Frage: Behandle ich die Menschen um mich herum gerecht? Behandle ich sie so, wie ich auch selbst gerne behandelt werden möchte? Natürlich würde ich gerne alles Unrecht auf der Welt verhindern, aber das kann ich nicht. Deshalb probiere ich es eben im Kleinen, und versuche zumindest, gerecht mit den Menschen, Tieren und der Natur um mich herum umzugehen. Ganz ehrlich: Oft scheitere ich daran. Denn Ich kann nicht allen gerecht werden. Und Tatsache ist auch: manchmal bin ich mir gar nicht bewusst, dass ich Ungerechtigkeiten unterstütze mit dem Leben, so wie ich es lebe.

Ungerechte Strukturen sind Teil unserer Lebensrealität. Insofern hatte meine Klassenlehrerin ja nicht ganz unrecht mit ihrem Satz über die Gerechtigkeit und dass man kämpfen muss. Aber das bedeutet für mich eben nicht ein Kampf mit ausgefahrenen Ellenbogen. Sondern mit einem Blick, der das Gerechte nicht aus den Augen verliert. Davon bin ich überzeugt: die Welt wird nicht gerechter, wenn Menschen die Gerechtigkeit aufgeben. Sondern, wenn sie anfangen, mit dem Maßstab der Gerechtigkeit zu handeln.

In einem fast 2.500 Jahre alten Weisheitssatz aus der Bibel heißt das so: Wer nach Gerechtigkeit und Güte strebt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.

(Sprichwörter 21,21). Zugegeben: dieser Satz ist mir sympathischer als der meiner Klassenlehrerin.

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