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Kirche in WDR 2 | 19.01.2019 | 05:55 Uhr

100 Jahre Demokratie

Charlotte ist Mitte 20 und lebt in Berlin. Sie arbeitet in der Stadtverwaltung. Korrespondenz, Buchhaltung, Termine. Immer wieder wird sie abgelenkt. Draußen auf der Straße: Gebrüll und manchmal Schüsse. Immer noch. So viele sind in der Stadt, die den Aufstand proben. Wie auch immer das ausgeht, morgen, am Sonntag, sind Wahlen zur Nationalversammlung. Sogar Frauen dürfen erstmalig wählen! ....

Das war heute vor 100 Jahren. Die Wahl am 19. Januar 1919. Der Krieg ist beendet und der Kaiser entmachtet. Es ist der Beginn der liberalen Demokratie in Deutschland. Die Nationalversammlung wird in Weimar zusammenkommen - die neue Verfassung erarbeiten. Mit einer verheerenden Schwäche: Sie wird dem Reichspräsidenten viel Macht zugestehen, ein Schwachpunkt, den später die Nazis nutzen. Dennoch: die erste Demokratie in Deutschland.

Manche sagen, heute gibt es wieder so „einen Hauch von Weimar“. Eine rechte Partei in allen Parlamenten, Demonstrationen und Ausschreitungen, Hitlergruß und Naziparolen auf offener Straße. Vertreter der AfD Seite an Seite mit Pegida und Pro Chemnitz. Der Rechtsextremismus gehört zu Deutschland.

Aber auch das: Bunte, friedliche Gegendemonstrationen, große Konzerte, Rock und Klassik, Gesprächsforen in Kirchen und Rathäusern. Eine ganze Kampagne mit dem Titel „Wir sind mehr“. Die Demokratie gehört fest zu Deutschland.

In Brandenburg, Thüringen und Sachsen werden im Herbst die Landtage neu gewählt. Ich mache mir schon Sorgen. Wie stark wird die Partei, die unsere Demokratie angreift. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass der AfD Vorsitzende sagt die „Nazis“ seien ein „Vogelschiss der Geschichte“ gewesen. Und dass Abgeordnete der AfD -wie jüngst in Stuttgart - von der Polizei aus dem Landtag geholt werden, weil sie nur noch stören und permanent die Würde des Parlaments verletzen.

Wir sind mehr. Vielleicht gibt es ja doch eine Wendung: Vielleicht vergewissern wir uns in Deutschland wieder, was uns zusammenhält. Zum Beispiel der erste Satz unserer Verfassung: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das ist nicht Jesus in der Bergpredigt, obwohl es passen würde, sondern Artikel 1 Grundgesetz: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Vielleicht entsteht 2019 ein neues Wir-Gefühl all derer, denen Freiheit, Vielfalt und Demokratie wichtig sind. Die die Würde ihres Nachbarn achten, auch wenn sie nicht seiner Meinung sind. Vielleicht gibt es einen echten Meinungsstreit der demokratischen Parteien. Zwischen links und konservativ, grün und liberal. Und dann treffen die Allermeisten eine gute Wahl, weil es echte Alternativen gibt. Die Demokratie in Deutschland wurde hart erkämpft. Wir dürfen sie nicht kampflos aufgeben. denn:

Wir müssen dran bleiben - Wir sind mehr und wir gehören zusammen.

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