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Kirche in WDR 2 | 24.04.2015 | 05:55 Uhr

100 Jahre Genozid

Heute ist in Armenien der Gedenktag an die schrecklichen Ereignisse, die vor einhundert Jahren begannen. Papst Franziskus spricht vom ersten Völkermord im zwanzigsten Jahrhundert. Danach kamen die Gräuel, die Stalin und Hitler bewirkten.

Die Worte des Papstes stießen sogleich auf großen Protest der türkischen Regierung, der Nachfolgerin des Osmanischen Reiches.

In der Türkei wird der Völkermord mit mindestens 800.000 Toten bis heute von offizieller Seite entweder geleugnet oder relativiert.

Ist es klug, dass der Papst sich so exponiert?

Vielleicht ist die deutsche Regierung klüger, indem sie sich um eine glasklare Stellungnahme drückt. Schließlich will niemand antiwestliche Stimmungen in der Türkei befördern. Auch hat die Türkei zur Zeit etwa eine Million Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Dies verdient Anerkennung. So ist es taktisch unklug, in einen geschichtlichen Konflikt mit der Türkei einzusteigen. Etwa so stelle ich mir die Überlegungen der Politiker vor.

Der Papst allerdings darf so nicht denken. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als in klaren Worten den Völkermord an den christlichen Armeniern zu benennen. Er ist kein Politiker.

Für uns Deutsche ist die Erinnerung daran bedeutsam dass die Regierung und der Kaiser in Deutschland sehr wohl wussten, was in Armenien geschah. Es war mitten im Ersten WeItkrieg. Das Osmanische Reich war Verbündeter des Deutschen Reiches im Krieg. Also war es taktisch gut, die Augen zu verschließen und Nachrichten Über die Gräueltaten zu unterdrücken. Man sprach von "Umsiedlung einer Minderheit."

Heute gibt es im Berliner Parlament eine Debatte über die Ereignisse vor hundert Jahren. Eine solche Auseinandersetzung ist auch den Menschen in der Türkei zu wünschen. "Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung", hat Richard von Weizsäcker formuliert. Ohne Erinnerung wirft die Geschichte einen dunklen Schatten über die Gegenwart.

Für uns Deutsche ist es gut, sich an einen Völkermord zu erinnern, der im letzten Jahrhundert noch vor dem Genozid in Armenien geschah In Deutsch-Südwestafrika wurden die Völker der Herero und Nama fast ganz vernichtet.

Papst Franziskus sagt. "Wo es keine Erinnerung gibt, 'hält das Böse die Wunden Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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